wieder die belebende, verherrlichende, innere Sonne der Geister-welt: so ist die Religion auch das Letzte und Höchste im Staat,dasjenige, was die gesammten bürgerlichen Vereine gleichsamvergöttlicht und ihnen erst ihre wahre Bestimmung, Kraft undunwandelbare Richtung gibt. — Und ist es eine unverständigeVerkehrung der Dinge, zum Behuf des Staates die GedankenZu fesseln, und in gewisse Schranken einzubannen: so ist eswahrlich noch größerer Wahnsinn, das edelste Leben des Geistes,Die Religion, zu einem bloßen Hitfswerkzeuge des Staates zuMachen, da doch die Vollkommenheit des Staates nur eine vonDen Blüthen der Religion ist.—Welcher Mensch kann wohl seineReligion zu einer Maschine, zu einem Mittel äußerer Lebens-Lequemlichkeiten machen? Eben so wenig kann der Staat diereligiösen Ueberzeugungen des Volkes dazu verwandeln.
Gleichwie aber der Staat durch Geistesfreiheit geworden'ist, und mehr noch, als er schon ist, nämlich gegen die Zeit-Verhältnisse, in seiner Kraft entwickelter werden kann, so wirdrr durch Religionsfreiheit erst das Vollendetste. Und so wie einweiser, tugendhafter, religiöser Mensch von allen Sterblichen,'selbst von Bösewichten, geehrt, selbst bewundert wird; so wieer vermöge seiner Gemüthskrast, die in ihm aus der Verbindungmit dem Allerhöchsten erweckt, nie ganz unglücklich, und vonFeinem Unglück gebeugt wird: so steht ein wahrhaft religiösesVolk ehrwürdig; unter schweren Schicksalen bewunderungs-würdig; von Unfällen, so furchtbar sie auch sein mögen, nie.gebeugt. — Es ist kein Geistesleben ohne Denkfreiheit, keineDenkfreiheit ohne ungehemmtes Befugniß zur Mittheilung des-Gedachten, das heißt, ohne Aeußerung der Denkfreiheit, mög-lich. So ist auch nicht die rechte Veredlung des Geistes, folglich^auch nicht des Volkes und deS Staates, möglich, ohne Ge-wissens- und Glaubensfreiheit; die Freiheit der Religion abernicht ohne ihre Aeußerung im bürgerlichen Leben. Die AeußerungDer Religion, die Darstellung des Geistesverhältnisses zur Gott-heit, geschieht in den Formen der Kirche.
Jede Art, wie sich das Heiligste und Schönste im Geiste,die Religion, die Liebe und Verehrung der Gottheit, äußerlich