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Volk um des einzelnen Fürsten willen vorhanden ist. Sondernman verkehrt auf die unnatürlichste Weise die Ordnungen derNatur; man machte das Höchste zum Niedrigsten, das Niedrigstezum Höchsten; die Ehre des fürstlichen Thrones erhob manüber alles Andere, die Religion ward demselben dienstbar ge->macht; das Volk ward als für den Staat erschaffen betrachtet,der Staat als für den Fürsten. Dieser allein schien von GottesGnade das Recht zu haben, für sich um seines Selbstes willenzu leben.
So geschah nun in der christlichen Welt, daß die Beherrscherder Völker dasjenige, was nach ihren besondern Ansichten inGlaubenöangelegenheiten gut unh wahr zu sein schien, allenihren Unterthanen zu glauben befahlen. So geschah, daß selbstdiejenigen, welche sich gegen die Uebermacht und Tirannergeistlicher Gewalt empört, für Freiheit des Gedankens undGewissens gestritten und darum die Trennung der christlichereKirche befördert hatten, selber Glaubens - und Gewissenstiranncnwurden. Sie verfolgten, mißhandelten, und verbannten undmordeten ihre eigenen Unterthanen, welche Dinge zu glauben,wagten, die sie selber nicht glaubten. Es gab Länder, inwelchen die Unterthanen hinter einander die Religionsbekenntnisseeben so oft ändern mußten, als ein neuer Regent mit einemandern Bekenntnisse auf den Thron stieg.
Diese Zeiten und grausamen Unfuge sind nicht mehr;, Danksei es Gott, dem Vater des Lichts, welcher durch Erleuchtungder Menschen, vermöge wachsender Wissenschaft und Erkenntniß^Fürsten wie Unterthanen das Gräßliche und Thörichte solchesUnwesens wahrnehmen ließ! Auch ist nicht zu läugncn, daßVergleiche blutige Irrthümer der Länderbeherrscher weniger ausihnen selber hervorgingen, als durch Anstiften von glaubendwüthigen, schwärmerischen Geistlichen, welche die Schwäche derfürstlichen Personen mißbrauchten.
Auch verlor sich der mörderische Gewissenszwang in demgleichen Maße, wie an ihren Höfen der nie oder selten wohl-thätige Einfluß der Geistlichkeit, die immer gern herrschenmochte, abnahm. Hingegen geschah vieler Orten, daß an dm