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nichts Aeußerliches, es ist etwas Innerliches, Geistiges. DasReich Gottes ist nicht außer uns, sondern in uns,sprach Christus. Daher gehören auch nicht Waschungen, Opfer,Kasteiungen zum wahren Christenthum. Auch nicht Speisen zugewissen Zeiten und Tagen sind den Menschen verunreinigend,denn Speisen gehen nicht in das Herz, spricht Christus,sondern in den Leib. Aber was aus dem Menschen hervorgeht,das macht den Menschen gemein. Denn von innen, aus demHerzen des Menschen, gehen heraus böse Gedanken und Thaten.(Mark. 7, 19 — 21). Daher kann das wahre Christenthum,weil es nicht in äußerlichen Dingen besteht, Sache aller Herzenund Gemüther sein. Christus predigte sein Wort nicht den Ge-lehrten und Scharfsinnigen ausschließlich; nein, er predigtees allem Volke, und er ward von akrm Volke verstanden.Das Christenthum ist keine gelehrte Wissenschaft, kein Inbegriffdunkler Spitzfindigkeiten und unbegreiflicher Lehrsätze; es ist einLicht, angezündet aller Welt, die Herzen zu erleuchten und zumGuten zu erwärmen. Wenn die Apostel selbst zuweilen dengelehrtesten Juden über spitzfindige Streitfragen schrieben, sothaten sie es, um Allen allerlei zu werden, und auch sie demHerrn zu gewinnen. Aber nicht in solchen Grübeleien bestand,selbst nach ihrer Lehre, das wahre Christenthum : denn dazu istnicht jeder Mensch geeignet, mit gelehrten Sätzen zu spielen;sondern es besteht in Unschuld und Liebe und Herzensgüte, inGottähnlichkeit. Wenn ihr nicht werdet wie Kindlein, werdetihr nicht in das Reich Gottes eingehen. Was also mit Scharf-sinn gelehrt wird, aber weder den Verstand erleuchtet, noch dasHerz erwärmt zur Begierde, Gott ähnlich zu werden: das gehörtnicht zum wahren Wesen des Christenthums. Das Evangeliumist kein todtes Wissen, sondern es ist eine Kraft Gottes, die dalebendig macht; ist nicht ein träges Dafürhalten, Meinen undGlauben, sondern ein Streben des Geistes, vollkommen undheilig zu werden, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist.Der Mensch wird durch die Werke der Liebe gerecht, nicht durchden Glauben allein. Denn gleich wie der Leib ohne Geist todt ist,also ist auch der Glaube ohne die Werke todt. (Jak. 2, 24.26.)