Druckschrift 
7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
413
Einzelbild herunterladen
 

4i3

Tags und Nachts nach besondern Vorschriften einzurichten. Soerstanden die verschiedenen und zahlreichen Mönchsorden.

Die Gesammtheit derselben mit ihren Arbten und Vorstehern,nur von der Küche und dem Oberhaupte derselben abhängig,ward eine mächtige Stütze der päpstlichen Hoheit. Vergebenssträubten sich Fürsten, Herzoge, Könige und Kaiser gegen dieimmerfort steigende Allgewalt des Nachfolger- Petri: sie warenund blieben der öffentlichen Meinung des Volkes untergeben, undvon der unsichtbaren Gewalt geistlicher Ordnungen und geistlichenEinflusses beherrscht. Das Oberhaupt der Küche hörte auf, derUnterthan einer weltlichen Macht zu sein, und ward zuletzt übersie erhoben.

Allerdings wurde aber auch durch dasselbe eine, besonders injenen Zeiten der Unwissenheit höchst nothwendige, Einheit undGemeinschaft der Gläubigen erzweckt, und mitten im Sturm derBarbaren, die das Alte vernichteten, das Christenthum bewahrt,so sehr es auch von Menschenmeinungen entstellt wurde. Durchdiese Einheit des kirchlichen Oberhauptes wurden zu einer Zeit,da Volk wider Volk ausstand, und kaum eine andere, als dieTugend des Kriegers oder Mönch- geschätzt ward, die getrenntenNationen zu einer einzigen großen Familie verbunden, und indieser Verknüpfung festgehalten. Und wie sich in der Kirche dasZwieträchtige endlich immer wieder versöhnte, so war es auch ihrAnsehen, welche- die Freiheit des Abendlandes rettete. Denn derrohe Uebermuth, die Grausamkeit und Tirannei der barbarischenFürsten, die kein Gesetz ehren mochten, zitterten vor der Gewaltund dem Zorn derKirche. Die Unterdrückten fanden hier Schutz,die Unterdrücker Lehre und Warnung. Schon waren die meistenUnterthanen der Fürsten Leibeigene oder Sk aven; mchr oderweniger drückte das Joch der Knechtschaft auf alle höhere Stände.Es war in der Rohheit und Unwissenheit des Zeitalters nichtsmöglicher, als daß die Fürsten endlich, wie noch heutiges Tagesin vielen morgenländischen Reichen, alle Freiheit ausgetilgt undihre Willkür zum Gesetze von Millionen gemacht hätten. Aberdurch das Gegcnstrebm der Kirche, und durch das Ansehen desgeringsten Priesters gegen den gewaltigsten König, ward ein solches