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Geistesbefangcnheit und Unwissenheit zu erhalten. Sie umzäunenmit ängstlichen Strafgesetzen das Gebiet des Denkens, der Wissen-schuft und Wahrheit; schreiben dem öffentlichen Unterrichte dieengsten Grenzen vor; halten durch Bücherverdote die Erkenntnißdes Bessern zurück, unter dem Vorwand, die Verbreitungsittrnvrrderblicher, irreligiöser oder bürgerliche Unzufriedenheiterweckender Schriften zu hindern ; sie scheuen alle freie Unter-suchung, und sind voll Argwohn oder Eifersucht gegen allehöhere Einsicht. Sie maßen sich an, gleichwie sie über Hab undGut der Unterthanen verfügen, auch über deren Geister Gewaltzu üben und deren Gewisse« zu beherrschen. Sie greifen in dasRecht Gottes ein, denn nur Er und kein Anderer ist der Fürstder Geister. Sie tasten das Heüigthum der Menschheit, dasRecht zur höchsten Ausbildung des Geistes an, welches sie unddie Ihrigen vorzugsweise genießen und Andern versagen wollen,ungeachtet sie, als sterbliche Menschen, dem geringsten Bettlerihres Reiches in diesen Rechten vor Gott gleich sind.
Diejenigen^Menschen, welche sich eine gesetzlose und will-kürliche Gewalt über irdisches Eigenthum, Ehre, persönlicheFreiheit und Leben der Untergebenen anmaßen, werden mitRecht als Tirannen gescholten und verdammt. Aber was sinddiejenigen, welche das geistige Leben des Menschen beschränkenund verderben wollen? Sir sind mehr zu fürchten, als die-jenigen, welche den Leib tödten. Sie gehören zu den Jrrlehrern,welche die Seele vergiften oder ihr den Genuß der Wahrheitentziehen.
Ihrer viele sind aber, welche eine vernunftgemäße Ausbildungdes Geistes scheuen, weil sie selber von äußerst beschränktemVerstände sind, das kleine Maß ihrer Begriffe für das genügendehalten, und vor Allem erzittern, was darüber hinausgeht. Siefehlen aus Kurzsichtigkeit gegen Gott und Menschen, nicht ausboshaftem Gemüth. Viele hingegen scheuen die höher» Erkennt-nisse im Volke, weil sie fürchten, daß ihre Unwürdigkcit oderihre Verbrechen erkannt, und der Verachtung überliefert würden.Andere wieder suchen mit verbrecherischer Klugheit das Volk inleitsamer Unwissenheit und bleibender Unmündigkeit niederzuhalten,