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alten Zeit ward nicht mehr gefunden. Barbarei und Unwissen-heit herrschte an den Höfen der Fürsten, in den Hütten derKnechte, in den Wohnungen der Priester. Ganz Europa glicheiner großen Ruine.
Es hat viele Personen gegeben, welche bei diesem traurigenAnblick der Verwüstung schauderten und an dem Fortschreitendes menschlichen Geschlechts gänzlich verzweifelten. Alles drehtsich im ewigen Kreise herum! sprachen sie trostlos; Nationengehen auf und unter, wie die Blumen des Felses. Sie prangeneine Zeit lang, dann sind sie nicht mehr. Wo ist die WeisheitGriechenlands? wo Roms Glanz? Die Nationen erreichen nureinen gewissen Grad von Vollkommenheit, dann gehen sie wiederin Dunkelheit zurück. Das Fortschreiten des menschlichen Ge-schlechts ist ein schönes, aber nichtiges Tcaumgebiloe gutmüthigerSchwärmer.
So sprachen sie, klagend über den Untergang herrlicher Na-tionen, wo statt ehemaliger Freiheit noch heutzutage Sklaverei,statt ehemaliger W ssenschaft rohe Unwissenheit, statt ehemaligenReichthums verächtliche Dürftigkeit und Trägheit herrscht. Aberihre Klage war voreilig uns eitel. Die Nation verlor, aberdie Menschheit gewann. Wer den Gang der Vorsehung in Er-ziehung des menschlichen Geschlechts beobachten und beurtheilenwill, der habe nicht ein einzelnes Völklein, sondern die Mensch-heit, nicht das Jahrhundert, sondern das Jahrtausend im Auge.Wer erkennt an einem Tropfen das Weltmeer?
Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, sprach JesusChristus: wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Diechristliche Welt, mit allen ihren Wissenschaften und Künstenaus Rom und Griechenland, war nicht mit Christo, sie warnicht mehr mit seinen Tugenden, in seinem Geiste; sie warwider ihn mit ihren Paneiungen, Aberglauben und Lastern.Darum, weil sie nicht mit ihm sammelte, zerstreute ste. ESkamen die fremden Nationen, üoerwältigten alle Lande, underbeuteten die Schätze der Kunst uns Wissenschaft. Und wasvormals nur ein Vorzug weniger Städte uns Gegenden ge-wesen, ward durch Zerstreuung das gemeine Gut eines ganzen