die verlassenen Besitzungen, wohnten zu Emmaus und Na-zareth.
So menschlich auch nachmals die römischen Kaiser sich gegendie Juden zeigen mochten, verharrten diese doch, auch selbst mihrer Zerstreuung noch in dem unsinnigen Hasse anderer Nas-tioncn; hielten sich noch mitten in einer Schmach, wie keinemandern Volke geschehen war, für das auserwählte Volk Je-hova's; zettelten bald hier, bald da Aufrühre an, und machtensich Obrigkeiten und Nationen zu bleibenden Feinden« Selbst:in Judäa, wo sich ihre Anzahl in Friedenszeiten wieder ver-mehrt, wo sich eine große Zahl der Ihrigen wieder über denAschenhügeln Jerusalems angebaut hatte, erhoben sie, beinahesiebenzig Jahre nach dem ersten allgemeinen Unglück, neuenAufstand. Ein neuer Messias trat abermals auf, Namens BanCochab, der die schwachen römischen Besatzungen aus den be-festigten Städten verdrängte. Aber mit größerer Gewalt kamendie Römer wieder; ganz Judäa ward zur Einöde. Beinahe'sechsmalhunderttausend Juden kamen durchs Schwert um; weram Leben blieb, ward weggeschleppt in Sklaverei. Jerusalemward auf immer vernichtet ; auf dem Boden desselben schiender Fluch des Schicksal« zu ruhen. Die Heiden hatten nahndaran sich eine eigene Stadt aus den Trümmern der altengebaut, Aelia Capitolina geheißen. Diese bat in nachfolgendenJahrhunderten wieder den Namen Jerusalem angenommen^ohne das eigentliche Jerusalem und auf der Stätte des alten zusein. Den Juden ward dahin jeder Zutritt untersagt bei Lebensstrafe. Erst in spätern Zeiten durften sie sich jährlich nur einmalden heiligen Stätten nahen, um daselbst ihre Klaglieder anzu-stimmen. Vierhundert Jahre blieb die neue Stadt von denHeiden bewohnt; dann ward sie der Raub der Araber undTürken. Auf dem Hügel, wo sonst der berühmte Tempel Je-hova's gestanden, erhob sich ein Tempel Mahomeds.
Die Juden, gefangen geführt unter alle Völker, bliebensich auch in dieser traurigen und schimpfvollen Zerstreuunggleich: boshaft, eigennützig, meuterisch, voller Vorurtheile,und abergläubig, wie zur Zeit des Welterlösers. Einst schrien