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schichte, Hohepriester und Opferlamm in ihren Tempeln hatten.
Ganz anders sprach er und mußte er zu den Heiden sprechen, tdie davon nichts wußten und nichts davon verstanden hätten. §
Da nun aber in nachfolgenden Tagen die Evangelien unddie apostolischen Briefe von den christlichen Gemeinden gesam- ^
melt wurden, gingen alle jene Redensarten vom Hohenpriester- Ki
thum, vom Vcrsöhnungsopfer, vom Lamm Gottes für unsere K
Sünden erwürgt (wie das Osterlamm im jüdischen Tempel), »i
vom Blut Jesu, das uns besser von Sünden rcmige, als anderes ,in
Opfer blut, vom meff amschen Reiche, und so mehr, in die Rer K
ligionsvorträge über; und wurden, weil sie sich auf jüdische Vor-stellungen bezogen, für Heidenchristen mehr oder weniger unser- A
stündlich. Schon den Christen der ersten Jahrhunderte waren ^
sie nicht immer ganz deutlich; sie sind noch zu unsern Zeiten K
manchem Christen dunkel. Daher entsprangen denn verworrene ^
Vorstellungen und Bilder, welche Trennung verursachten in Ge- .
meinden, und der Religion der Christen eine andere Gestalt !
gaben, als sie ursprünglich hatte. §
Man muß sich daher keineswegs wundern, wenn die Christen l ^der ersten Zeitalter nun die Worte der Apostel nach Maßgabe ^
ihrer eigenen Einsicht auslegten, und darin oft Meinungen fanden, ^
welche die Apostel selbst wohl nicht so gehabt hatten. Ja, es ist ^
gar nicht zu bezweifeln, daß die Boten Jesu sogar schon während ^
ihres Lebens mißverstanden und falsch ausgelegt wurden, selbst ^
von denen, an die sie geschrieben hatten. Wir ersehen dies ganz ^
bestimmt aus den Aeußerungen des Apostels Petrus in Betreffder Briefe Pauli, von denen er sagt: In welchen sind "
etliche Dinge schwer zu verstehen, welche verwirren die ^
Ungelehrigen und Leichtfertigen (das heißt, die entweder nicht ^
Kenntniß genug haben, oder allzuleichtsinnig darüber hingehen '
und auslegen), wie auch die andern Schriften zu ihrer eigenenVerdammnis (das heißt, zu ihrem eigenen Schaden). (3. Petri ^ ^3, 16 ) Geschah nun solches schon zu Lebzeiten der Jünger Jesu,um wie leichter und häufiger konnte dies Uebel nach ihrem Todegeschehen, zumal als durch den Lauf der Zeiten Unwissenheitund Aberglaube von allen Seiten einbrach.