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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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künstelt sie als Folgen aus den verhaßten Wahrheiten, um solcheverdammlich zu erklären. Stephanus stand vor Gericht, hörtedie Entstellungen seiner Reden, die boshaften Folgerungen,welche denselben angehängt wurden, und blieb ruhig und heiter,wie die über Menschengroll erhabene Unschuld. Alle, die imRath saßen, sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht.

Als er zur Verantwortung aufgefordert ward, entwickelteer in langer Rede die Ursachen des bürgerlichen und sittlichenVerderbens der Jsraeliten, dessen Wirkung selbst der Tod Jesusein mußte. Aber die Ergrimmten ließen ihn nicht enden. Sieschrien laut, hielten die Ohren zu, stürmten einmüthiglich zuihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.Blutend und zerschmettert seufzte er nur: Herr Jesu, nimmmeinen Geist auf! Sterbend sank er auf die Knie nieder undsein letztes Wort war : Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!(Ap. Gesch. 7, 59.)

So betete einst Jesus am Kreuze; Stephanus so. Und diesessoll, ganz im Geiste des von Liebe durchdrungenen UrchristenthumS,mein Gebet sein. Ja, mein Vater im Himmel, ich verzeihe Allen,die mich kränken und beleidigen. O verzeihe auch Du ihnen, undbehalte ihnen ihre Sünde nicht. Erleuchte sie durch Deinen Geist,daß sie ihr Unrecht und meine Unschuld endlich erkennen.

Und beharren will ich bis an mein Ende in dieser Liebe gegendiejenigen, welche wider mich sind, weil ick nicht ihrer Meinungsein darf, und weil ich Dir, o Vater, mehr gehorche, als ihnen«Beharren will ich in dieser Liebe gegen Alle, sie mögen Gliedermeiner Kirche, Genossen meines Glaubens, oder desselben Feindesein. Denn nur wo die Liebe zu Gott und Menschen wohnt, daist der wahre Glaube, der die rechte Frucht bringt, wie Du sie,Jesus, mein Heiland, gefordert hast. Da ist die wahre Kirche,wo Aller Herzen durch Liebe unter sich und mit Gott, durchihn, im ewigen schönen Bunde stehen. Amen.