Jesu des Messias, der werde ebenfalls die Gabe des heiligenGeistes empfangen.
So sprach Petrus. Etwas Außerordentliches war hier ge-schehen. Hier standen Männer, Jünglinge, Weiber, die vongöttlichen Dingen mit einer ungewohnten Begeisterung undKlarheit lehrten; Männer, Jünglinge, Weiber, von denenMan allgemein wußte, daß sie größtentheils Galiläer, ungelehrteLeute, von geringer Herkunft waren. Darum fragte sich Alleserstaunt: woher ihnen diese Weisheit? Hier standen Männer,Jünglinge, We der, die bisher ängstlich vor den Verfolgungender Juden im Verborgenen gelebt, aus Furcht, eingekerkertoder ermordet zu werden, ihre Thüren verschlossen hatten.Nun standen sie da, unerschrocken wie höhere Wesen, vor derMenge des Volks. Die zarten Weiber kannten keine Todesfurchtmehr. Sie schienen die Gebieter desjenigen Schicksals geworden,vor welchem sie sonst zitterten. Sie standen da, und predigtenmit lauter Stimme, daß Jesus, der Auferstandene, und keinAnderer, der Messias der Welt sei. Das sagten sie fest und kühn,wie nur die Wahrheit sein kann, dcmselbigen Volke, welchesvor sieben Wochen erst Jesum unschuldig verdammt und zumKreuze geschleppt hatte. Sie betheuerten eine Wahrheit laut,derentwillen Jesus verfolgt war von den Priestern, und die ihmdas Todesurtheil zugezogen hatte. Sie verkündigten das Allesnicht nur ohne Schüchternheit, sondern mit einem unbegreiflichenHeldenmuth, welcher Hohenpriestern, Landxflegern und KönigenTrotz bot. Sie nannten sich Zeugen des Geschehenen. Es warennicht Einzelne, die das wagten, sondern bei hundert und zwanzigPersonen.
Allerdings mußte dies die horchende Menge des Volks inErstaunen sitzen und erschüttern. Dergleichen war nie zuvor inJerusalem erhört worden. Wunderbar waren die Prophezeiungender heiligen Vorwrlt in Jesu Person, wie in dieser Verbreitungdes verheißenen Gottesgcistes gelöset. Das zeigte Petrus.
Er sprach aber getrieben vom heiligen Geist, vom innernAndrang, ohne Vorbereitung, ohne Kunst, mit siegender Ge-walt, sich selber unerklärlich. Ein solches Vermögen hatte der