244
7 -
auch Aeltern und Erzieher, nicht länger gleichgültig gegendergleichen ungeziemende, oft lächerliche Abbildungen heiligerDinge sein, und nicht glauben, es sei bloß unschuldiges Mach-werk, zur Auszierung erfunden! Der Einfluß der Malerei aufreligiöse Vorstellungen ist bisher weit nachtheiliger gewesen, alser hätte wohlthätig sein können. Ohne denselben hätten wir vonjeher in der christlichen Kirche und im Volke weniger Spaltungen,weniger Sinnlichkeit, weniger Schwärmerei, weniger Vorurtheil,weniger Aberglauben, weniger Heidenthum gehabt!
Doch ich wende gern mein Auge hinweg von jenen Unwürdig-keiten der spätern Tage, die den ersten Christen unbekannt waren,und sehe auf die heilige Versammlung der gottentzückren Jünger-,Sie wurden voll heiligen Geistes. Was ist heilig? Es ist dasReine, Fehlerlose, nie von Sünden Entweihte; es ist dasGöttliche! Der heilige Geist ist also der Antrieb zum Himm-lischen , ist göttlicher Geist. Von Gott allein stammt das Heilige»Es ist Niemand heilig, als der Herr. (1. Sam. 2, 2-Das Heilige ist also das alles Irdische übersteigende Wollen und>Vollbringen des Vollkommenen und Guten.
Von diesem hochheiligen Gottessinn entflammt, erhoben sichdie Jünger des Herrn, und sie fingen an zu predigen mit andernZungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Siepredigten mit andern Zungen. Es war nicht die gewöhnlicheSprache der Menschen, in welcher sie sonst redeten. Doch eitelist es, erklären zu wollen, wie diese Gabe der ersten Christenbeschaffen gewesen sein möge, welche sie die Gabe nannten, inZungen zu reden, und welche uns dunkel geblieben ist, ungeachtetsie Paulus der Apostel in seinem ersten Schreiben an die Korinther(14, 1 — 40.) umständlich bezeichnete. Nur so viel wissen wir,daß, wer in Zungen redete, mit Begeisterung sprach. Wer einensolchen sah und hörte, obwohl er die Gedanken des Betenden nichtdeutlich verstanden, ward tief von diesen Tönen und Aeußerungendes heiligsten Entzückens ergriffen, welches das ganze Wesen desBeters verklärte. Daher wurden alle Zuhörer des zusammen-laufenden Volks tief gerührt. Menschen aus allerlei Nationen,die sich damals in Jerusalem befanden, Parchcr und Meder,
A
K
P
ii«
W
i
Lk
D
Am
»
j«
K
lit