Als einen solchen betrachteten ihn auch nachmals dieJünger Jesu, und die Lebensbeschreiber des Heilandes. DerEvangelist Markus (16, 5.) nennt ihn bloß einen Jüngling ineinem langen, weißen Kleide. Lukas (24, 4.) berichtet, esseien zwei Männer mit glänzenden Kleidern gewesen, die zu denSuchenden traten. Johannes (20, 12.) nennt dieselben Engel,welches ursprünglich in griechischer Sprache Boten, Verkündigerund Abgeordnete der Gottheit bedeutet. So nennen auch diePsalmen zuweilen den Sturmwind, den Blitz und Donner,die Engel und Boten Jehova's. Noch feierlicher beschreibt, mitden prachtvollen, bilderreichen Ausdrücken des Morgenlandes,der Evangelist Matthäus (28, 23.) die Erscheinung. Er sagt-richt nur, daß ein Engel den Stein von der Grabesthür hinweg,gewälzt habe; sondern, stehe, sagte er, es geschah ein großesErdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab,trat hinzu und wälzte den Stein von der Thür und setzte sichdarauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz, und sein Kleidweiß, als der Schnee.
So verschieden auch die Evangelisten im Bericht sind vondenjenigen Umständen, welche das Verschwinden Jesu auS demGrabe begleiteten, so stimmen sie doch alle darin zusammen,daß die Auferstehung des Messias den Suchenden durch ein umbekanntes Wesen angezeigt, und ihnen die Reise nach Galiläaempfohlen wurde, wo sie den Hochgeliebten wieder erblickenwürden. Die Abweichungen der Lebensbeschreiber Jesu in ihrenErzählungen beruhen meisten- nur auf sehr unwesentlichen Neben-dingen. Und gerade diese Verschiedenheit des Berichts wird zueinem neuen Beweise der Glaubwürdigkeit dessen, was sie melden.Man erkennt daraus, daß Einer unabhängig vom Andern da-aufschrieb, was er wußte; daß Keiner sich nach den Erzählungendes Andern richtete, oder Abrede mit ihm genommen, oderauch nur gewußt hätte, was derselbe aufgezeichnet habe. EinJeder meldete dasjenige am umständlichsten, was er entwederunmittelbar selbst gesehen und gehört, oder was er von Augen-zeugen erfahren hatte.