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Der Tod auf Golgatha.
Luk. 23, 28 — 58.
Stürke mich durch Deine Todeswunden,
Gotlmensch, wenn die seligste der Stunden,
Welche Kronen auf der Wage hat,
Meinem Sterbebette naht!
Dann beschatte mich, o Ruh, mit lindenStillen Flügeln! Geister meiner Sünden,
Nahet euch dem Sterbelager nicht,
Wo mein schwimmend Auge bricht.
Du, mein Engel, komm vom Gottesthrone,
Bringe mir die helle Sicgerkrone;
Wehe HimmclSluft und EngelSruhMir mit deiner Palme zu.
Wohnt' ich doch, von diesem ErdgewimmelSchon entfernt, in cucrm Frcudenhimmel:
Ihr Verklärten, kniet' ich, kniet' ich schonAn des Gottversöhners Thron!
§)er ganze Lebenslauf Jesu Christi ist reich an Zügen göttlicherEigenschaften und Vollkommenheiten. Er hatte zwar die Hülleeines Sterblichen, und so auch Empfänglichkeit für AnmuthDes Lebens, wie die Empfindlichkeit für das Trübselige in dem-selben. Aber er war ein ganz Anderer, und schien selbst demdamaligen rohen Haufen ein Geist aus andern Sternen, einWesen göttlicher Art zu sein, indem er die menschliche Naturso erhaben über alles Irdische zeigte, und gleichsam höher stand,als das Leben. Das Geheimniß dieser Erhabenheit ist uns aberkeineswegs verborgen geblieben, sondern wir finden es in feinemherrlichen Lebenswandel erklärt. Der Genuß des Lebens gehörteihm nur zu den bloßen Nebendingen des menschlichen Daseins ^er kannte in den Beschäftigungen und Thaten eines liebendenGeistes einen weit höhern und beseligenden Genuß. Das Sinn-lich-Behagliche hatte keinen Reiz für ihn. Dem Verlassenen zuhelfen, dem Nothleidenden beizustehen, den Kranken zu heilen,den Hungernden zu speisen, dies waren seine edelsten Vergnü-gungen im Leben. Aeußere Unannehmlichkeiten, körperliche Ent-behrungen waren für ihn unbedeutend. Er zog vor, in der