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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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17 .

Christus und seine Richter.

Joh. 18/täo.

Dich schelten sie/ o Menschenfreund/

Der oft bei fremder Noth geweint/

Der nie gesündigt/ nie gefehlt/

Du wirst den Mördern beigezählt.

Dich aber schreckt nicht Schmach und Tod/

Du bist mit Gott: mit Dir ist Gott!

Durch Noth und Tod nur schöner/gehtDer stillen Unschuld Majestät.

Ilebersehe ich die ganze Verflechtung der Wcltbegebenheiten, inwelchen der Weltheiland als die edelste Blüthe des Himmels aufErden hervorging; denke ich daran, wie auf seinem königlichenThron ein Heroves vor dem göttlichen Kinde zitterte, und Gottes vor den Dolchen des Tirannen rettete; gedenke ich des menschen-freundlichen Wandels Jesu, der, gleichsam ohne Bedürfniß,wie ein Gott, nur für das Bedürfniß der leidenden Menschheitathmete; betrachte ich die Tiefe und Klarheit seiner himmlischenOffenbarungen; oder die Einfalt und unvergängliche Wahrheitseiner Wege, die er den Kindern des Staubes zu Gott wies;oder die Wunder und Zeichen, mit denen er Galiläa erfüllteund Judäa-mit verstummender Ehrfurcht muß ich an-

betend zu Gott emporblicken, der sich in ihm unS offenbarte.Aber sehe ich nun diesen Hochgelobten vor seinen Richtern stehen,die Unschuld beurtheilt von Verbrechern; ihn, ohne Haß undGroll, den Groll und Haß empörender Ungerechtigkeiten dulden;ihn voll göttlicher Ruhe Hinwanken zum Todeshügel, weinendnicht über sein Schicksal, sondern über die rettungslose Ver-blendung Jerusalems-welche Fülle göttlicher Kraft und

göttlichen Sinnes in menschlicher Gestalt!

Schon ehe er gerichtet worden, hatte man ihn verdammt.Der Tod war ihm zugeschworen, es fehlte nur noch an einemGrund, ihn des Todes schuldig zu finden. Die Richter saßenbereit, nur war kein Ankläger vorhanden.