werden fallen, sprach der Messias, durch die Schärfe des jSchwertes, und gefangen geführt unter alle Völker. Und HJerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der jHeiden Zeit erfüllt wird. (Luk. 21, 24.) So ward es. !
Auch als die Hauptstadt schon in Trümmern lag, dauerte der >hartnäckige Empörungsgeist der Juden gegen die Römer fort»Immer ein neuer Messias nach dem andern that sich auf. Daward ihr Schicksal vollendet. Aus dem Vaterlande vertrieben,sah man sie gefangen hinausgeschleppt unter alle Völker. Aufden Märkten von Gaza und Terebinth wurden sie in dem gleichenPreise verkauft, wie die Pferde. Die Nation, aufgelöset, wardnie wieder ein Ganzes. So traf das schreckliche Wort im 5. B»Mos. 28, 64. ff. ein: Der Herr wird dich zerstreuen unter allenVölkern von einem Ende der Welt bis ans andere. Dazu wirstdu unter denselben kein bleibendes Wesen haben, und deineFußsohlen werden keine Ruhe haben; der Herr wird dir dabekein bebend Herz geben, und verschmachtete Augen und eine ver-Vorrete Seele.
Seit jener Zeit blieb Jerusalem zertreten von den Heidenden Römern, bis daß auch die Zeit von diesen erfüllt, die'römische Weltherrschaft ebenfalls zertrümmert ward, undJerusalem sich elend aus dem Schutt der Zerstörung wiederzum schaurigen Denkmal göttlicher Gerichte emporhob.— Nochin dieser Stunde, seit mehr denn anderthalb Jahrtausenden^sehen wir das jüdische Volk armselig, verachtet, ohne Vaterlandunter allen Himmelsstrichen, bei allen Nationen umherziehen»Noch dauert es in immerwährender Zerstreuung fort, undheute noch durch seinen Aberglauben und seine Unwissenheit einGespött der Welt, wie es solches vor achtzehn Jahrhunderten beiden Römern war. Die Unglücklichen, welche die prophetischen ^Warnungen Jesus des Messias verachteten, seine heilige Lehre, ^seine hohe Offenbarung von sich wiesen, ihn und seine erstenBekenner mit ausgelassener Wuth verfolgten, fanden nachhernur erst einige Ruhe unter dem Schutze derer, die JesirMenschenliebe großmüthig auch gegen Jesu Verächter übenlernten.