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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Ich lese mit stillem, ehrfurchtvollem Vergnügen die Lebens-geschichten des göttlichen Sohnes, und lese sie wieder; undimmer wieder entdecke ich neue Züge von einer Weisheit undSeelengröße, die über alles Irdische hervorglänzen. Daß erin menschlicher Gestalt hirnieden wandelte, eben dies machte ihnum so wundervoller. So war nie Einer vor ihm, nie Einernach ihm. In ihm war die Fülle der Gottheit. Auch seineJünger auf dem Wege nach Emmaus sagten von ihm: Er warein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott undallem Volk. (Luk. 24, 19.)

Er war sich durchaus selbst gleich ; keine seiner Thaten imWiderspruch mit seinen Ueberzeugungen. Nie sah man ihn umdas, was er zu sagen oder was er zu thun hatte, in Zweifel.Er konnte nicht anders, als wie er wirklich that. Alles gingaus der reinen Tiefe seines Innern hervor. Sein Inneres aberwar Jedem offenbar. Da lag nur ein einziger Grundsatz, eineinziges Gefühl: Liebe Gott und das Göttliche über Alles,den Menschen wie dich selbst. Wandle im Ewigen über demIrdischen.

Darum war sein Geist mit der Gottheit immer Eins.Ich und der Vater sind Eins! sagte er selbst. Darum warenihm Lebcnsnoth und Lcbensanmuth Nebensachen. Er littSchmerz, ohne ihn zu fliehen; und genoß Freuden, ohnesie zu suchen. Er kannte die Vergänglichkeit beider. Undweder das Eine noch das Andere war bedeutend genug, auchnur ein cinzigesmal deswegen von seinen Grundsätzen ab-zuweichen. Sein Wandel war im Himmel; das heißt, indem, was ewig ist. Nichts opferte er dem Reiz des flüchtigenAugenblicks. Die Gegenwart schien er nur als eine reife Fruchtdes Vergangenen zu nehmen; als Aernte dessen, was mangesäet hatte; oder als ein Schlüssel der Zukunft. Was dusäest, wirst du ärnten. Er schien für sich selber gar nicht da zusein, sondern allein für Andere. Er forderte nichts, er wolltenur geben« Aus Liebe zu der Menschheit achtete er die Opferungseines Lebens gering. Was war rhm ein Tropfen Zeit gegen dasUnendliche der Ewigkeit?