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erhaben über jedes Schicksal; größer als jede Gefahr dieserWelt, aber auch größer, als Alles, was die Welt ihm Er-freuliches und Köstliches bieten konnte. In dieser geistigenVereinigung mit Gott, in dieser Geringschätzung dessen, wasdas Zeitliche Vorübergehendes hat, konnte er mit Seelengrößeund beseligendem Bewußtsein sprechen: Ich und der Vatersind Eins.
Aber diese Sprache war den Juden, wie Sprache auseiner andern Welt. Sie begriffen den hohen geistigen Sinnseiner Worte nicht. Sie nahmen Alles sinnlich, in der aller-gemeinsten Buchstäblichkeit. Sie wußten es nicht zu deuten,daß er sich selbst öfters und wiederholt des Menschen Sohnhieß. Sie hoben Steine auf, daß sie ihn steinigten. Ichhabe euch, sagte Jesus mit jener fast überirdischen Gelassen-heit und Würde, ich habe euch so viele gute Werke erzeiget vonmeinem Vater: um welches Werk unter denselben steiniget ihrmich nun ? — Diese Furchtlosigkeit und Geistesgegenwart machtedie rohen Haufen bestürzt. Sie mäßigten einen Augenblick langihren Zorn. Um des guten Werkes willen steinigen wir Dichnicht, riefen sie, sondern der Gotteslästerung willen, und daßDu ein Mensch bist, und machst Dich selbst zu einemGott! — Wie? erwiederte Jesus, sanft sie von ihrem Miß-verständniß zurückführend: Assaph in euern Psalmen sagt: Gottsteht in der Gemeine Gottes und ist Richter unter den Göt-tern. Ich habe wohl gesagt: ihr seid Götter, und allzumalKinder des Höchsten. (Ps. 82, 1. 6.) So Assaph nun die-jenigen Personen Götter und Söhne des Höchsten nennt, zuwelchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann dochnicht gebrochen werden), was sprechet ihr denn zu dem, den derVater geheiligt und in die Welt gesandt hat: du lästerst Gott,darum, weil ich euch sage: Ich bin Gottes Sohn? Thue ichnicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht. Thueich sie aber, so glaubet, daß der Vater in mir ist, und ichin ihm. (Joh. 10, 30 — 38.)
Wie er der Gottessohn sei, wie er sich seine Gemeinschaftmit dem ewigen Vater dachte, wie er Weltheiland und Mittler