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menschenfreundlichen Zweck hatten, ist gewiß. Wer dies laugneuwill, muß die Redlichkeit und schlichte Wahrheitsliebe der Evan-gelisten und Apostel hinwcgläugncn. Mir ist aber viel Wunder-bareres in dem enthalten, was sie von der Lehre Jesu Christierzählen, als von seinen schnellen Heilungen unheilbar erklärterKranken, oder in andern seiner Thaten.
Es ist möglich, daß uns Manches in den Verrichtungen desHeilandes wunderhaft erscheint, was es vielleicht nicht an sich,sondern durch die morgenländische Darstellungsart der Sache ward.Denn wir finden zum Beispiel Manches, das uns außerordentlichzu sein scheint, während sich doch keiner von den Augenzeugenim Geringsten darüber wunderte. So heilte er die verdorrte Handeines Menschen. Er sprach: strecke aus deine Hand! der Krankethat es. Da ward ihm, heißt es, seine Hand wieder zurechtgebracht,gesund, wie die andere. (Luk. 6, 10.) Aber die Pharisäer undSchristgelehrten äußerten darüber kein Erstaunen. Sie geriethcnnur in Zorn, daß er an einem Sabbath heilte, wo jedes Geschäftund Arbeiten untersagt war. Ein Wunder hingegen durch einbloßes Wort ist keine Arbeit.
Bei dem Allen verrichtete er unläugbare Dinge, die unbegreiflichbleiben. Alles Volk begehrte ihn anzurühren; denn es ging Kraftvon ihm.
Diejenigen, welche solche Wunder auf eine natürlicheWeise zu erklären sich unterfangen, müssen doch alle verborgenenKräfte schon kennen, welche Gott in die Natur gelegt hat. Weraber kennt sie? Und wer sie nicht kennt, kann er aus dem, undmit dem, was ihm unbekannt ist, eine Thatsache erklären?
Zweifler, und wenn ich dir zugebe, was Jesus Wunderbaresvollbrachte, sei ganz natürlich zugegangen; sei weder übernatürlich,noch widernatürlich, noch unnatürlich gewesen, sei vollkommennach den Gesetzen und mit den Kräften der Natur übereinstimmend:was ist damit gewonnen? was verloren? — Wenn der ungeheureErdball, den du bewohnst, frei im leeren weiten Himmelsraumumherschwebt, wie eine leichte Feder, so ist dies naturgemäß.Aber ist es darum weniger ein Wunder des Allmächtigen? KennstVIII. s