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Das war nicht christliche Tugend. Aus Liebe zum Nachruhmbewiesen sie oft eine erstaunenswerthe Seelengröße; aber ihreAbsicht war, wie ihr Beweggrund, unrein und irdisch. Diegleichen Thaten können oft sehr verschiedenen Ursachen ihr Da«sein danken. Sie sind es nicht, die dem Geiste seinen höchstenWerth geben; die Würde der Handlung beruht in ihrer höher»Triebfeder.
Darin liegt (oft bei einerlei That) der Unterschied heid«nischer und christlicher Tugend, daß jene in Ursprungund Zweck durchaus irdisch, diese hingegen göttlich ist. Der durchChristum geheiligte Geist erblickt in der Gottheit den Vater; inden Mitmenschen die Mitkinder; in der Ewigkeit die Heimath;in Allem, was lebt, die große Gottesfamilie. Im Entzücken dergöttlichen Vollkommenheit liebt er den Vater ; darum kann ernicht anders, als daS Gute und Vollkommene lieben und üben.Er umfaßt mit Liebe feine Familie, seine Mitkinder Gottes, darumkann er nicht anders, als ihnen wohlthun, mit ihnen theilen, sichfür sie opfern. Er ist ein Kind Gottes, er kennt seinen eigenenWerth, und aus Achtung gegen denselben kann er nicht schlechthandeln. Nicht das Wissen, nicht das Glauben macht eS auS,sondern die Liebe. Und hätte ich alle Kenntniß und hätte allenGlauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte die Liebe nicht:so wäre ich nichts! Und wenn ich alle meine Habe den Armengäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte die Liebe nicht:so wäre mir es nichts nütze. (1. Kor. 13, 2. 3.)
Das ist die Offenbarung, die wir von Gott, seinem Reicheund über uns selbst haben durch Jesum, den Gott gesandt hat,Geister selig zu machen!
Das ist die große Gemeinschaft der Heiligen, und allesHeiligen, was Jesus stiftete.
Das ist das Reich Gottes, welches er verkündet; das dasHimmelreich, in welches wir eingehen sollen Alle durch JesumChristum, unsern Herrn und Heiland. Amen.