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Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; er-greife das ewige Leben, dazu du auch berufenbist! (1. Tim. 6, 12.) Dieser Ruf des Jesusjüngers an seinengeliebten Timotheus sei der Ruf der ewigen Barmherzigkeit auchan dich, sei nun dein festes Losungswort im Streit mit deinenunreinen Neigungen und sündhaften Regungen. Kämpfe denguten Kampf des Glaubens, wie ihn Jesus kämpfte; überwindegleichsam das Menschliche in dir, wie es Jesus überwand, umgöttlich zu denken und göttlich zu handeln.
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! ja, des Glau-bens! Du warst im bisherigen Leben nur klug und berechnend,aber nicht wahrhaft in deinem ganzen Wesen religiös unddurchdrungen vom Geiste Jesu. Darum warst du auch nochnie so ganz glücklich, als du dich zu sein sehntest. Denn bloßeKlugheit kann das nicht geben, was ein tugendhafter, himm-lischer Sinn, die ächte Gottesweishcit, gibt. Blicke doch umher,wie häufig sehr kluge Leute die unglücklichsten werden, weil sienicht religiös genug denken und handeln. Wir kann mensch-licher Witz Alles berechnen? Aber wer anspruchlos, zufrieden,wohlthuend, und frei von Vergrhungen und Sünden in undvor Gott lebt, der hat Alles wohlberechnet. Ihm kann nichtsgeschehen, so übel es sei, daß er nicht in sich selber dagegenden reichsten Trost und Ersatz fände. Und welch eine thörichteKlugheit ist die, welche sich selber vergiftet! Was ist aberdie Fehlerhaftigkeit anders, als eine Vergiftung unserer wahrenGlückseligkeit? .
Wie unwürdig Deiner Barmherzigkeit und Treue, o meinVatcr im Himmel, stehe ich noch hier im Leben! Und dochlebe ich noch und Deine Gnade ist an mir noch nicht müdegeworden! Dankbar sehe ich zu Dir empor. Ach, ich warDeiner Wohlthaten nicht werth. Aber Du hast mich erhalten,und hast mir bisher geholfen, und wirst mir noch ferner helfen.O hilf mir! Erbarmer, Vater, Freund meiner Seele, hilfmir, daß ich selig werde. Jch.will nicht müde werden, Dich zubetrachten, Dein Wort zu vernehmen, mich dadurch zu heiligenund meine Fehler zu vernichten. Ich will den Lebcnslauf Deines