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Das Erscheinen Jesu auf Erden.
Joh. 3, tS.
Er kommt zu Israels GeschlechtenSanft, wie der Thau in stillen Nächten,
Mit Lieb' und Huld nur angethan.
Er kommt herab von seinem Sitze,
Doch seine Herolde, die Blitze,
Geh n, da er kommt, jetzt nicht voran.
Ihm folgen keine Stürm' und Wetter,
Die nur des Zorns Begleiter sind:
Er kommt jetzt, als der Sünder Retter,
Als einer armen Jungfrau Kind.
Er, welchem alle Himmel dienen,
Er, den uns Gott, uns zu versühnen,
Zum Tilger unsrer Sünden gab:
Er kommt; erniedrigt, daß die ErdeEin Tempel seines Vaters werde,
Dom Throne seiner Macht herab.
Er wählt nicht zum Geburtsort Schlösser,
Der Fürsten Herrlichkeit zum Spott,
Er wird nicht durch Paläste größer,
Und Gott ist auch in Hütten Gott!
^Es ging in den Nächten und trüben Dämmerungen der Geister»welt die Sonne auf. Der Messias Jesus erschien.
Er erschien — so ordnete es die ewige Vorsehung! — indem einzigen Augenblick der Zeiten, auf dem einzigen Ortdes Erdkreises, unter dem einzigen Volk der Welt, und in dereinzigen Verbindung der Umstände, welche dem großenWeltrettungsmerk allein die angemessensten sein konnten. Er-haben und einfach, wie in dein Walten und Weben der Natur,ist Gott auch im Walten und Weben der Schicksale.
Die Zeit der heiligen Verheißungen war erfüllt.Die Menschheit stand nun auf einer Stufe von Bildung, welchesie fähig machte, das Höhere zu erfassen, und vom Irdischen zumGedanken des Göttlichen aufzusteigen. Zwar früher schon lebteneinzelne weise Männer, des größten Geistesaufschwungs fähig;aber sie standen weit über ihr eigenes Jahrhundert erhaben, undvon einer allzurohen Zeitgenossenschaft kaum begriffen. Zwar