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Viele Juden fanden indessen die Spitzfindigkeiten diesergelehrten Parteien nicht genugrhuend für ,hr Gemüth. Siesehnten sich nach Befferm, als dem trockenen Spiel des Ver-standes. Sie zogen sich in Einsamkeiten zurück, wo fie unterdem Namen der Essäcr, mit Emsagung aller irdischen An-nehmlichkeiten, bei Gebet und Fasten lebten, und durchKasteiung ihres Leibes und in wohlthätigem Wandel den BeifallJchova'S zu gewinnen hofften.
Alle diese Sekten waren inzwischen dann einig, daß- die Zeitnahe sei, wo, nach ihrer Auslegung der alten Weissagungen,ein Retter Juda's erscheinen würde. Verheißen war er von denPropheten, die vor Jahrhunderten schon das Verderben ihresVo kcs beklagt, und einen neuen Moses verheißen hatten, wel-cher die Nachkommen Israels aus der Schmach und Knechtschaftglänzend hervorführen würde. Ja, fie fühlten rs, der da kommensollte, mußte größer als Moses sein, um so schwerer es war,ein so tief in Irrthum und Herzlosigkeit versunkenes Volk zuerheben. Nun, ganz Israel erwartete es, war die Zeit erfüllt.Die Einbildungskraft der harrenden Menge erfüllte sich mitwunderbaren Vorstellungen von der Macht und Herrlichkeit, inwelcher der Gesandte und Gesalbte des Herrn, der Nachkommevom Stamm Davids und der Erbe seines Thrones, der SehnGottes, erscheinen müsse. Denn so hoffte die Menge, er solltedas unüberwindliche Rom stürzen, und den Zepter Israels wiedergebietend über die Welt ausstrecken.
Und in der That, die Zeit war erfüllt. Nach einem vier-tausendjährigen Kampfe des Lichts und der Finsterniß war dieMenschheit im Allgemeinen zum Hellern Glänze vorbereitet, undempfänglich, die höchsten Offenbarungen aufzunehmen. Die Zeitwar erfüllt, wo ein ganz neuer Kampf des Guten mit demBösen beginnen sollte. Und er begann. Es ging in den Nächtenund trüben Dämmerungen der Geisterwelt die Sonne auf. DerMessias Jesus erschien.
Wenn ich meinen Blick über die ersten viertausendjährigenSchicksale des menschlichen Geschlechts hinwerfe, wie erfülltmich das weite Gefühl auf- und untergehender Nationen mit