69V Eustathius Everdingen
ceptss, praekatiano uotisgne illustrnvit 4o»nnei-Uaria-I^»nei»i" (Rom 1714,Fol.) merkwürdig, weil sie treffliche Zeichnungen des menschlichen Körpers enthal-ten, welche schon 1552 verfertigt, aber erst spater aufgefunden und bekanntgemachtwurden. Der Text von E. wurde nie entdeckt. Albin gab eine gute Erklärungdieser Tafeln (Leyden 1743, Fol.). Auch eine andre Schrift E.'s: „ve »nsta-inicoruiie controversiis", ist verloren gegangen. Außerdem hat man noch ver-schiedene wichtige Werke von ihm. Die Ausg. derselben von Bocrhaave (Leyden1707), erschien auch zu Delft 1736. E. starb zu Rom 1574.
Eustathius, Commentator des Homer und des ErdbeschreiberS Dionys,anfangs Mönch, hernach Diaconus, endlich 1155 Erzbischof von Thessalonich, starbnach 1194. So gering auch seine theologische und religiöse Aufklärung gewesen seinmag, so groß war seine Beledenheit in den Classikern und der Umfang seiner gelehrtenKenntnisse, wie seine aus alten Scholiasten zusammengetragenen Commentare be-weisen, von denen besonders der Homerische eine unerschöpfliche Fundgrube philolo-gischer Gelehrsamkeit ist (Rom 1542—50, 4Bde., Fol., undBasel1559—60,3 Bde., Fol., neuer Abdr. Leipzig bei Weigel, seit 1825, 4.).
Euter pe, gewöhnlich als Muse der Musik vorgestellt, weil ihr die Erfin-dung der Flöte zugeschrieben wird. Sie wird dargestellt als eine mit Blumen be-kränzte Jungfrau, eine Flöte in der Hand oder verschiedene andre Instrumenteneben sich habend. Sie ist ihrem Namen nach die Gcbcrin des Vergnügens. (S.Musen.)
Euthanasie», ein sanftes, leichtes, glückliches Sterben. Wieland gabdiesen Namen einer seiner Schriften.
Eutropius (Flavius), ein latein. Geschichtschreiber, welcher, wie er selbstsagt, unter dem Kaiser Julian die Waffen getragen. Sein Geburtsort ist unbekannt,wie auch die Umstände seines Lebens. Er blühte um 360 n. Chr. Sein Abriß oder„krevisriuin bintorise rowanse" reicht von der Gründung Roms bis Valens,dem er zugeeignet ist. Die Schreibart ist nicht sonderlich, aber die Klarheit lobens-werth. Die geschätztesten Ausg. sind von Havercamp (Leyden 1729), Verseik(Ley-den 1762 , 2 Bde.) und Tzschucke (Leipzig 1804).
Eva, s. Adam.
Evalvation, der Anschlag, die Schätzung. Insbesondere brauchen esdie Kaufleute von der Schätzung des Werthes eines Waarenlagers, wenn dasselbevon einem Andern übernommen wird, oder wenn verbunden gewesene Handelsleutesich trennen. Bon Münzen gebraucht, ist es die Währung; in der Rechnenkunst,die Einrichtung eines Bruchs nach seinem wahren Gehalt und Betrag.
Evan, Beiname des Bacchus (s. d.).
Evangelium, griech., fröhliche Botschaft. Gewöhnlich wird es theilsvon der christlichen Lehre, welche mit der fröhlichen Botschaft von der Ankunft desMessias, von der Geburt des den Vätern verheißenen Retters begann, theils vonden Schriften gebraucht, in welchen Marcus und Lucas und die Apostel Matthäusund Johannes die Nachrichten von den Thaten und Schicksalen Jesu Christi aufge-zeichnet haben. — Evangelisten hießen in der ältern Kirche diejenigen Christen,welche von einer Gemeinde zur andern reisten und den Unterricht der Apostel fort-setzten; der spätere Sprachgebrauch hat dieses Wort auf die obigen Verfasser derLcbcnsgcschichte Jesu eingeschränkt. — Evangelisch heißt: der in den heiligenSchriften enthaltenen Lehre Jesu gemäß; evangelische Christen, evange-lische Kirche nennen sich daher die Lutheraner. (Dgl. Protestanten.)
Everdingen, Name einer berühmten niedcrländ. Malerfamilie. Inderselben zeichnen sich aus Cäsar van E., geb. in Alkmacr 1606, gest. 1679, alsPortraitmaler und in architektonischen und histor. Darstellungen, ferner dessenjüngerer Bruder, der sehr berühmte Landschaftsmaler Alder van E., geb. 162 l.
l
1
l