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3 (1830) D bis E
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Europa

noniten, Quäkern, Unitariern, Methodisten, Herrnhutcrn; und die griechischeKirche. Ein Theil der Bewohner bekennt sich zu der jüdischen, ein andrer zu dermohammedanischen Religion. Unter den Lappländern und Samojrdcn findet mannoch Heiden, doch nur in geringer Zahl. Die Cultur steht in den meisten Län-dern auf einer hohen Stufe und hebt sich täglich mehr und mehr. Besonders zeich-nen sich in dieser Hinsicht die Länder aus, wo die deutsche und die mit ihr verwand-ten Sprachen geredet werden, ferner Frankreich und ein Theil Italiens. In kei-nem Erdthcile blühen die Manufakturen und Fabriken so außerordentlich, als invielen europäischen Ländern, besonders in Großbritannien, Frankreich, den Nie-derlanden, Deutschland und Helvetien; sie bearbeiten nicht allein europäischeNaturprodukte, sondern auch außereuropäische, und liefern alle Bedürfnisse ei-nes bequemen Lebens und des Luxus. Ebenso lebhaft ist der Handel, der invielen Ländern durch Kunststraßen, Canäle, das wohleingerichtcte Posiwesen,Banken, Assekuranzen, Handelsgesellschaften und Messen befördert wird. DerHandel erstreckt sich nicht bloß auf Europa, sondern auf alle Erdtheile, undalle Meere werden von den Europäern befahren. Jedoch kommt keine euro-päische Nation in dieser Hinsicht der britischen gleich, welche die Beherrscherinder Meere ist und allein mehr Schiffe unterhält als alle übrige zusammen.Europa ist der Sitz der Künste und Wissenschaften. Ihm verdankt die Mensch-heit die Erforschung der wichtigsten Wahrheiten, die nützlichsten Erfindungen,die schönsten Produkte des Geistes, die Erweiterung aller Wissenschaften; dennkeine schließt die Europäer aus. Doch stehen hierin die deutschen und diejeni-gen Völker, welche die Töchtersprachcn der lateinischen reden, auf einer höher»Stufe als die slawischen Nationen. Der türkischen Nation ist die vielseitige wissen-schaftliche Bildung der übrigen europäischen Nationen ganz fremd geblieben. 85Universitäten sorgen für den höhern Unterricht, ihnen arbeiten die zahlreichen Gym-nasien und Lyceen vor, und mit der Volksbildung beschäftigen sich die besonders inDeutschland zahlreich vorhandenen Volksschulen. An vielen Orten bestehen Akade-mien der Wissenschaften, Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen aller Art.Nach der natürlichen Lage zerfällt Europa in West- und Osteuropa, wovon jemSdie pyrenäische Halbinsel (Portugal und Spanien), das Westalpenland (Frankreich),das Südalpenland (Italien), die Nordalpenländer (Helvetien, Deutschland und dieNiederlande), die Nordsecinscln (Großbritannien, Irland und Island), die Ostsee-länder (Dänemark, Norwegen, Schweden und Preußen) begreift. Osteuropa ent-hält die nordkarpathischen Länder (Rußland und Galizien) und die südkarpathischcnLänder (Ungarn im weitem Sinne und die Türkei). In politischer Hinsicht beste-hen jetzt in Europa folgende Staaten: 3 Kaiserreiche: Östreich, Rußland und dieTürkei; 16 Königreiche: Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, dieNiederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen, Sardinien, beide Sicilien, Preu-ßen, Baiern, Sachsen, Hanover, Würtemberg und Polen; 1 geistlicher Staat:der Kirchenstaat; 8 republikanische Staaten: die Schweiz, Jonien, Krakau, St.-Marino, Hamburg, Lübeck, Bremen und Frankfurt; 1 Kurfürstenthum: Hes-sen; 6 Großherzogthümer: Baden, Hessen-Darmstadt, Sachsen-Weimar, Meck-lenburg-Schwerin, Mccklenburg-Strelitz und Toscana; 12Herzogthümer: Olden-burg, Gotha, Mciningcn, Altenburg, Braunschwcig, Nassau, Dessau, Bcrnburg,Köchen, Modena, Parma und Lucca; 1 Landgrafthum: Hessen-Homburg; 1 iGroßfürstcnthum: Finnland, und 12 Fürstenthümer: Hohenzollern-Hechingen,Hohenzollern - Sigmaringen, Schwarzburg - Rudolstadt, Gchwarzburg-Sonders-hausen, Waldrck,Lippe-Detmold, Schaumburg-Lippe, Liechtenstein, Reuß-Greiz,Reuß-Schleiz, Rcuß-Lobenstein und Reuß-Ebersdorf. Pros. I. M. F. Schmidt'sCharte von Europa, in 4 gr. Bl. (Berlin 1826) ist zugleich eine brauchbare Wand-charte für Schulen.