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Völker und Schiffe zu bewirken, dem Herzoge von Südermannland die Regent-schaft zu entreißen, ihn selbst, wenn er Widerstand leistete, aus dem Wege zu schas-sen, und den jungen König mit der vollen Obergewalt zu bekleiden. Briefe,welche Armfelt, der kurz vorher als Gesandter nach Neapel gegangen war, ver-loren, und die ein Italiener, der, man weiß nicht wie, dazu gekommen war, an dieschwedische Regierung geschickt hatte, waren beinahe die einzigen Beweise, die mangegen die Angeklagten vorbringen konnte. Armfelt fand Schutz in Neapel undspäter in Rußland; um so schwerer traf die Mitschuldigen eine Rache, welcheweniger von dem Regenten als von einigen Mächtigen, die man in den aufgefangcncn Briefen lächerlich gemacht hatte, ausgeübt wurde. E., der sich beredtund geistreich vertheidigt hatte, wurde zum Schwerte verurtheilt. Er ging mitRuhe und Entschlossenheit zum Blutgerüste. Seine hagere Gestalt und sei»langer rother Bart, den man ihm während einer neunmonatlichen Gefangenschaftnicht abgenommen hatte, gaben ihm ein wildes und kühnes Ansehen. Aus den,Blutgerüste las er mit der größten Kaltblütigkeit die daselbst angehefteten To-desurtheile, und schon war der Scharfrichter bereit, den Todcsstreich ihm z»geben, als man dem Berurtheilten Gnade ankündigte. Die Todesstrafe wardin lebenslängliche Gefangenschaft auf der Festung Karlstein umgewandelt. AlsGustav IV. zur Regierung kam, machte er dieser Haft ein Ende und gab Allen,die ihm einige Jahre früher zum Besitz der Gewalt hatten verhelfen wollen, Be-weise seiner Gunst. E. aber, der am meisten gelitten hatte, wurde am meistenvernachlässigt und erhielt einen Jahrgehalt, womit er sich in die Abgeschiedenheitzurückzog. , 26.
Esthland, oder Statthalterschaft Reval, der nördliche Theil der russi-schen Provinz Liefiand, hat auf 330 LsM. 302,600 Einw. (nach A. nur 229,398)und bei vielem Sandboden crgibigenGetreidebau, Hanf, Flachs, Rindvieh, Pferden.Reval ist die Hauptstadt. Die Esthen, eine finnische Völkerschaft, gehör-ten schon in den alten Zeiten zu der russischen Monarchie, und führten den NamenTschuden. In der Folge suchten sie sich dieserOberherrschaft zu entziehen; und seit1385, wo das Land dem deutschen Orden verkauft wurde, machte es einen Theildes lieflandischen Staates aus, mit welchem es, nachdem es 100 I. unter Schwe-den gestanden hatte, wieder unter Rußland kam, und unter Katharina H. den Na-men der revalschen Statthalterschaft erhielt, 1797 aber wieder als GouvernementEsthland hergestellt wurde. Über die unglückliche Lage der Leibeignen in Lief- undEsthland ist, seitdem Merkel (in s. Buche: „Die Letten") und Petri (in s. Werke:„Die Esthen") die Sache zur Sprache brachten, viel geschrieben worden. DieEsthen haben meistentheils schlechte Wohnungen, sind rauh und abgehärtet, undbekennen sich zur lutherischen Kirche. Kaiser Alexander hat seit 1804 viele Ver-fügungen getroffen, durch welche das Schicksal des Bauernstandes in Esth- undLiefland sehr erleichtert, und die Leibeigenschaft gewissermaßen aufgehoben wor-den ist.
Ei. Vögel, Amphibien, Fische, Insekten und Würmer legen Eier, undzwar die Vögel ohne alle Ausnahme. Die Eier der Fische nennt man L a i ch oderRogen. In ihnen liegt der Keim zu dem jungen Thiere, sie haben daher Ähnlich-keit mit den Samenkörnem der Gewächse. Auch in diesen liegt der Keim zur jun-gen Pflanze und erwartet Feuchtigkeit und Wärme, um zur Entwickelung zu ge-langen. Ein großer Theil der Substanz, welche das Samenkorn ausmacht, dienldem Keime zur ersten Nahrung; ebenso mit dem Ei, welches überdies noch die nö-thige Feuchtigkeit bei sich hat und also zur Entwickelung nur Wärme von Außenbraucht. Das Vögele! besteht 1) aus der Eierschale. Unmittelbar unter dieserharten, porösen Bedeckung liegt dicht eingeschlossen 2) das Eihäutchen, ebenfallsetwas porös. Nun folgt 3) das Eiweiß, in welchem endlich 4) das Eidotter