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3 (1830) D bis E
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442
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442 Egoismus Ehe

richten. E. starb 46 I. alt am 5. Juni 1563, mit dem Muthe des Helden. Derfranz. Gesandte meldete dies Ereigniß seinem Hofe mit den Worten:Ich habedies Haupt fallen sehen, das 2 Mal Frankreich zittern machte!" Bei E.'s Hinrichtungsank Johanna Lavil, seine ehemalige Geliebte, vor Schmerz todt nieder. H.hatte vorher an Philipp H. geschrieben:daß er nie Etwas gegen die katholischeReligion unternommen und nie seine Pflichten als guter Unterthan verletzt habe";aber man wollte ein schreckendes Beispiel geben. Philipp II. drückte sich hierüberso aus:Er habe diese beiden Köpfe fallen lassen, weil ein Paar solche Lachsköpfemehr werth seien als mehre Tausende von Fröschen". E.'s Nachkommenschaft er-losch in Procopius Franz, Graf v. Egmont, der General der Cavaleric desKönigs von Spanien und Brigadier der Armeen des Königs von Frankreich warund kinderlos zu Fraga in Aragonien (1707) im 38. Jahre starb. S. I. I. dcCloet:kloxe kiatorigus rlu oomte ck Lgruont eto." (Brüssel 1825). Maximilian von Egmont, Graf v. Buren, General en Ehcf Kaiser Karls V.,der sich in den Kriegen gegen Franz I. auszeichnete, war von einer andern Linie.

Egoismus. Die Natur hat einem jeden Menschen die Selbstliebe einge-pflanzt. Dieser zufolge betrachtet er die Dinge in Beziehung auf sich, inwiefernsie ihm angenehme oder unangenehme Empfindungen machen, ihm nützlich oderschädlich sind. Diese verabscheuet und meidet, jene hingegen liebt und sucht er.Aber aus Selbstliebe wird öfters Selbstsucht (Egoismus), wo das Verlangen nachBefriedigung persönlicher Bedürfnisse die herrschende Begierde wird, sodaß diePflichten gegen Andre und ihr Wohl nicht mehr berücksichtigt werden. Der grobe,sinnliche oder thierische Egoismus hat die Befriedigung thierischer Bedürfnisse zumZweck, und ist vcrabscheuungswerth, er mag nun offenbar oder unter dem Scheineder Bescheidenheit verborgen sein, weil er die Person tief erniedrigt; der feinere be-trachtet die höchsten Gegenstände der Menschheit als Genußmittel. Kant unter-scheidet einen logischen, ästhetischen und praktischen. Der logische Egoist, sagt er,hält es für unnöthig, sein Urtheil auch am Verstände Andrer zu prüfen. Er zeigtsich in Eigensinn und Paradoxiensucht. Der ästhetische Egoist begnügt sich mitseinem Geschmacke, wie sehr auch die Kritik ihn rechtmäßig tadle. Der moralischeEgoist endlich ist der, welcher alle Zwecke auf sich einschränkt, der keinen Nutzen ,sieht, als in Dem, was ihm nutzt (der Egoismus zeigt sich also auch im Eigennutz,in der Herrschsucht rc.), auch wol, als Eudämonist, bloß im Nutzen und in der cig- !nen Glückseligkeit den obersten Bestimmungsgrund seines Willens findet. Er gehtdahin, Andre nur als Mittel anzusehen. Weil nun ein jeder andreMensch sich auchandre Begriffe von Dem macht, was er zu seiner Glückseligkeit rechnet, so ist es ge-rade der Egoismus, der es so weit bringt, gar keinen Probirstein des echten Pflicht-begriffs zu haben, welcher doch durchaus ein allgemein geltendes Princip sein muss.Dem Egoismus kann nur die Denkungsart entgegengesetzt werden, sich nicht als dieganze Welt in seinem Selbst befassend, sondern als einen bloßen Weltbürger zu be-trachten und zu erhalten (Kosmopolitismus).

Ehe (luatrülloniuiu). Die höhere und moralische Ansicht der Ehe ist die,daß sie die lebenslängliche Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts un-ter dem Schutze des Staates ist, und in ihrer Vollkommenheit auf Liebe (s. d.)beruht. In letzterer Hinsicht ist die einfache Ehe (Monogamie) die würdigste Form,obgleich nicht rechtlich nothwendig, ebenso wenig alS die vielfache (Polygamie) ansich widerrechtlich ist. Ferner kann sie auch nur freiwillig, mithin durch Vertrag(paetuin matriinoniale) geschlossen werden. Sie unterscheidet sich von einem blo-ßen Vertragsverhältnisse dadurch, daß sie außer der zu lctztcrm nothwendigenEinwilligung noch Manches nothwendig voraussetzt, was nicht von dem Willender Personen abhängt, und daß die Fodcrnngcn derselben an einander nicht aufgleiche Art, wie bei einem gewöhnlichen Vertrage, geltend gemacht werden können.