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3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
439
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dimials noch lebender Bruder, der Card. v. Pork, hieltdem vcrftorb. König Karl"das Todtenamt. Dieser Card. v. Vorkerhielt von England seit 1799 eine jährt. Pen-sion von 4000 Pf. St. und starb zu Frascatid. 13. Juli 1807. Vier Jahrh, langhatten die Stuarte in Schottland und 85 I. in England geherrscht.

L-änr-, s. E.

Effectenhandel, s. Staatspapiere.

Effendi (wörtlich, Herr), ein Ehrentitel bei den Türken, den sich dieStaats- und Civilbeamten, oft auch andre Staatspersonen beilegen, und der ge-wöhnlich mit dem Namen ihres Amts in Verbindung ausgesprochen wird. Soheißt z. B. der kaiserl. erste Leibarzt Hekim-Effendi, der Priester im Serail Jman-Effendiu. s. w. Der Reis-Effendi oder Reichskanzler ist zugleich Ministerder auswärtigen Staatsangelegenheiten und unterhandelt mit den Gesandten undDolmetschern der fremden Völker.

Egcde (Hans), geb. 1686 in Dänemark, 1707 Prediger zu Wogen inNorwegen, der Apostel her Grönländer. Die dunkle Nachricht, daß das Christen-thum schon früher in Grönland verbreitet gewesen, aber durch den Mangel an Leh-rern untergegangen sei, machte sein ganzes Mitleid rege. Nach der sorgfältigstenErkundigung hörte er, daß das östliche Grönland durch Treibeis unzugänglich, unddas südliche von wilden Menschen bewohnt sei. Nun entschloß er sich, selbst nachGrönland zu reisen und dessen Einwohnern das Evangelium zu predigen. Aberer hatte nicht die Mittel. Die Kaufleute in Bergen wollten keine Speculation nach! Grönland wagen, die Regierung wies seine Bitte um Schiffe, Geld und Mannschaftab, weil sie in Krieg mit Schweden verwickelt war; die Bischöfe von Bergen undDrontheim lobten seinen edcln Entschluß, konnten ihm aber nicht helfen. SeineFrau jedoch, von gleichen Gesinnungen beseelt, stärkte seinen zuweilen wankendenGlauben. Die belgischen und andre Kaufleute wurden der Sache geneigter. E.brachte eine Cokccte von 10,000 Thlrn. zusammen, legte sein Amt nieder, erhielt, nachabgeschlossenem Frieden mit Schweden, von der dän. Regierung den Titel eines' königl. Missionnairs für Grönland mit 300 Thlr. Gehalt, und 3 Schiffe, eins,um dort zu bleiben, eins, um die Nachricht von seiner Ankunft zurückzubringen, undrms, um auf den Wallsischfang zu gehen. Die Regierung ermunterte die belgischenKaufleute, eine grönländische Handelsgesellschaft zu errichten. Am 21. Mai 1721i ging E. mit 46 Personen, als ihr Oberhaupt, an Bord. Der Wallsischfängerscheiterte; die beiden andern Schiffe erreichten Grönland, aber eine 12 Meilen langeStrecke von Treibeis schien die Landung unmöglich zu machen- Endlich gelang sieam 4. Juni. Der traurige Anblick des Landes hätte jeden Andern von dem Gedan-ken an eine Niederlassung abgeschreckt, nur nicht den Glaubenshelden E. Es wardein Haus gebaut, und zum Hafen der Hoffnung genannt. Aber der Bekehrung derGrönländer setzten sich noch größere Schwierigkeiten entgegen: die Furcht der Grön-länder vor den Fremdlingen, ihre traurige Armuth, welche die selbst armen Gäste imHafen der Hoffnung mit nichts unterstützen konnten, ihre völlige Bcgriffslosigkcit,der feindselige Einfluß ihrer Zauberer, die unendliche Schwierigkeit, ihre Sprache zuerlernen. Die ganze Mannschaft, des endlosen Kampfes mit aller Art von Elendmüde, verlangte mit Ungestüm, nach Dänemark zurückzugehen. E. selbst ent> schloß sich dazu; aber der felsenfeste Glaube seiner Frau bestimmte Alle zu bleiben,k und mit ihr zuversichtlich auf ein Schiff mit der nöthigen Unterstützung aus Däne-s mark zu hoffen. Und nicht vergeblich! Am 27. Juni kam ein Boot mit der Nach-richt, daß 2 Schiffe aus Dänemark mit allerlei Bedarf und Briefen angekommenseien, welche die Versicherung der thätigsten Unterstützung enthielten. Indessen hatte^ E. seinen Sohn Paul biblische Geschichten malen lassen, ob den Grönländern viel-! leicht ein Begriff beizubringen, oder doch ihre Wißbegierde zu erwecken wäre. Da

l dies nicht gelang, quartierte er sich mit seinen beiden Söhnen bei den Grönländern