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3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
395
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Dumouriez 395

er unter Lafayette zur pariser Nationalgarde. 1792 wandte er alle Kräfte an, dieKriegserklärung gegen Ostreich zn verhindern. Während der Schreckensregicrungverschwand er. Im Sept. 1795 kam er in den Rath der Alten. 1797 sprach ernachdrücklich gegen die Annäherung der Truppen, welche das Dircctorium in dieGegend der Hauptstadt berief, und wurde von dem siegenden Triumvirat zur De-portation vcrurtheilt. Er flüchtete nach Deutschland und gab zu Hamburg s.Lröeis (los o'vöneineus inilit. Oainpaxne (lo 1799" (2Bde., mit Atlas,neuc A. 1817) heraus, der seine tiefen Kenntnisse in der Kriegskunst bestätigte.Nach dem 18. Brumaire kehrte er nach Frankreich zurück. 1800 ward er Chef desGeneralstabs der zweiten Reservearmee und wohnte dem Feldzuge in der Schweizvon 1801 bei. Im Aug. 1802 legte er den Plan zur Bildung einer Ehrenlegionvor, 1805 wurde er Divisionsgeneral, dann Chef des Gencralstabes bei der großenArmee in Deutschland, 1806 Kriegsminister des Königs Joseph von Neapel, undfolgte 1809 der italienischen Armee nach Deutschland, wo er wieder im General-stabc diente. 1812 begleitete er Napoleon in dem Feldzuge gegen Rußland undwurde zuletzt, als Generalintendant der franz. Armee, bei der Übergabe von Dres-den kriegsgefangcn. Ludwig XVIII. stellte ihn 1814 bei der Heerverwaltung an.Während der 100 Lage diente er Napoleon; daher wurde er am 4. Sept. 1815verabschiedet. Seitdem hat er s.?röois dos vvenoiuons" fortgesetzt, wovon 19Bde. bis 1825, mit 8 Atlas Fol. (240 Fr.) erschienen sind. Der 19. Band endigtden Krieg von 1807.

Dumouriez (Charles Frangois), geb. zu Cambrai 1739, stammt aus ei-ner Parlamentsfamilie der Provence, kam 1757 zur Armee in Deutschland, unterdem Marschall Estrecs, und wurde dabei zum Kriegscommissair ernannt. Nachherdiente er als Cornet bei dem Regiment d'Escar. Den Tag vor der Schlacht von Klo-sterkamp verwundet, gerieth er in Gefangenschaft, erhielt 1761 eine Hauptmanns-sielle, wurde 1763 verabschiedet und empfing das Ludwigskceuz. Sein unruhigerGeist verstattete ihm nicht, in Ruhe zu bleiben; er bot den Genuesern, darauf PaoliseineDienste an, und begab sich, da beidcTheile sein Anerbieten ablehnten, auf eigneRechnung nach Corsica, kam dann nach Frankreich zurück und legte Plane vor, wieman sich dieser Insel bemächtigen sollte, fand aber kein Gehör. Er ging hierauf nachSpanien, besuchte die portugiesischen Grenzen und schrieb 1766 denVersuch überPortugal" (1768). Als man sich zur Eroberung von Corsica entschlossen hatte, warder als Generalquartiermcister bei der kleinen Armee, welche man dahin schickte, ange-stellt, und hieraufObecst. Er veruneinigte sich mehre Male mit allen Generalen, na-mentlich mit Marboeuf. 1770 gab ihm die Regierung den Auftrag, bei der Confö-deration vonBar gegen den russ.Hof zu wirken. Er wohnte dem Feldzuge 1771 ge-gen die Russen bei. 1773 schickte manihn in einer Angelegenheit mit Schweden nachHamburg, weil er aber die erhaltenen Vorschriften überschritten hatte, wurde er iirdie Bastille gesetzt. 1776 zu einem der Commissaire ernannt, denen die Untersuchungübertragen war, ob sich auf der Küste des Canals ein Kriegshafen errichten ließe,sehte er es durch, daß ihm 1778 das Commando von Cherbourg übergeben wurde.1788 wurde er Brigadier. 1789 erklärte er sich zu Paris in einerFlugschrift für diedamals herrschenden Grundsätze, konnte es aber doch nicht dahin bringen, Mitgliedder Generalstände zu werden. Er ging daher nach Cherbourg zurück, war Comman-dant der Nationalmiliz dieser Stadt und Gouverneur der Niedcrnormandie. ZuEnde des I. begab er sich nochmals nach der Hauptstadt und ließ sich in den Jako-binerclubb aufnehmen. Später suchte er mit Mirabeau, den er anfangs befehdethatte, in Verbindung zu treten. Um diese Zeit ward er als Marechal-dc-Camp in derzwölften Armeedivision angestellt; aber wenig mit einem Platze zufrieden, der ihmkeine Mittel, sich bemerkbar zu machen, darbot, blieb er in der Hauptstadt undschmeichelte mehr als je den Jakobinern. Er trat, nachdem er das Ministerium,