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Die Geschichte der Rittergüter in Reuß älterer Linie
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Eures unmündigen zu Lehen habenden Untertlianen vndt demselbenHausgenossen benannten Tags zu früher Tagzeit gegen Acht Vhr alliiervff dem Unter Schlosse unaußbleibende erscheinen, die schuldige Huldi-„uncr vnd Pflicht leisten und ahlegen, und euch darin gehorsamlichbezeigen...“ 20 ). Die große Eidesformel, die bei dieser Gelegenheit denUntertanen vorgelesen wurde, lautete:

Ich gerede, Zusage und Schwelire, daß dem Hochgebornen Herrn, HerrnHeinrichen dem Vierdten Reußen Herrn Von Plauen, Herrn zu Graitz, Crannich-feldt, Gerau, Schleitz, Lobenstein und Burgk, der Königl. Mayt. in Hispanienbestalten würcklichen Kriegs Rath und Obristen zu Roß, Ich für meinen rechtenNatürlichen von Gott verordneten Landtes: und Erbherrn erkennen, ehren,lieben, achten und halten, Jhrer Gnd. treu, holdt, und gewelir 21 ) seyn, dero-selben Nutz und frommen, meines besten Vermögens fördern, Dargegen schadenund nachtheil verwehren und abwenden, auch bey deme, was wieder Ihr Gnd.Leib, Ehr, Würde, Reputation, Staudt, Land und Leute, Von wehm es auchbeschelien, berathsclilaget, fürgenommen, und ins werek gerichtet werden wolle,weder mit rath noch that seyn, noch mich finden laßen, Und womit solchesalles fürgenommen würde, nicht verschweigen, sondern in Zeiten offenbahren,warnen, verhüten, und abwenden helfen, auch sonsten mit Lehen und Dinsten(:Steuer, Folge und allen andern Vor altershergebrachten schuldigen Gebühr-nüßen:) gegen Ihr Gnd. mich alles unterthänigen Gehorsambs Verhalten underzeigen will, was einem frommen, Treuen, und gehorsamen Untertlianen gegenseinen Landes- und Erbherrn von Rechts Billiclikeit und Gewonheit wegen zutliun eignet und gebühret. Würde sichs auch begeben, daß Hoeliermelter meingnädiger Herr dieße Welt (.welches der treue Gott gnädiglich lange Verhütenwolle.) geseegnete, So soll und will an Jhr Gnd. Leibes Lehens Erben, meinegnädige Herren, und im fall derselben Keiner mehr (:darvor der treue Gottauch mit Gnaden seyn wolle:) allsdann an die Hochgeborne Herren, HerrnLIeinrichen den Andern und Herrn LIeinrichen den Fünfften, der altern LiniGehrüdere Reußen, und Jhrer Gnd. Gnd. Leibes Lehens Erben, do derselbenauch keiner mehr seyn würde (:welches doch der Allerhöchste auch gnädigabwenden wolle:) an den Hochgebornen Herrn, Herrn Heinrichen den älterenReußen Herrn von Plauen, und Sr. Gnd. Leibes Lehens Erben, Do aber der-selben auch keiner mehr seyn würde (: so Gott in Gnaden Verhüte :) allsdann andie andern Herren Reußen der Jüngern Lini, welchen unter Jhnen der anfalldamals zustehen würde, mich halten, Alles treulich und sonder gefährde, Sowahr mir Gott helffe.

Und nach dieser Verlesung lautete die Eidesformel für den Landadel:

Was mir fürgelesen, und dem Hochgebornen Herrn, Herrn LIeinrichen demVierdten Reußen Herrn von Plauen, Herrn zu Graitz, Cranniclifeldt, Gerau,Schleitz, Lohenstein und Burgk, Königl. Mayt. in Hispanien bestalten würcklichenKriegs Rath undt Obristen zu Roß, meinem gnädigen Herrn Ich mit dem Hand-schlage angelobet habe, Solches alles und Jedes, wie es von Wortten zu Worttenlautet, nichts darvon ausgeschlossen, Schwelire ich Hochgedachten meinemgnädigen Herrn, und Ihr Gnd. Männlichen Leibes Lehens Erben, steth, fest undunverbrüchlich zu halten, und demselben treulich nachzukommen,

So wahr mir Gott helffe, durch Jesum Christum Unsern Herrn.

20 ) a. K-A: Schrank I, Fach 15, Nr. 13.

21 ) Vgl. W i e s a n d, S. 504 ff. — Ha her körn-Wallach, LIilfswörtcrbuch fürHistoriker, Berlin-Gruncwald 1935, S. 211 f.

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