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Verklungen sind des Volkes HochgesängcDas pilgernd einst nach Sion froh gewallt;
Verstummet ist das laute Festgepränge,
Der Pauken- und Posaunenschall verhallt.
Denn, ach! Jehovah'S Tempel sank in TrümmerUnd nirgends leuchtet mehr der Hoffnung Schimmer.Wo einst dem Herrn man Opfer dargebracht,
Nagt Mahom's Tempel jetzt in stolzer Pracht;
Es strebt das Minaret hoch in die Lüfte,
Wo Schutt ringsum bedeckt die Königsgrüfte.
Jerusalem, Jerusalem, ach! kehreZurück zum Herrn, den du so schnöd' gekrankt;
Denn ob die Schuld dich noch so sehr beschwere,
Er deiner doch in Gnaden stets gedenkt.
Der sterbend einst am Kreuz mit seinen ArmenDie Welt umfaßt', hat auch für dich Erbarmen,
Schau gläubig nur nach Golgatha empor;
Dort ging deS Lebens Sonne einst hervorFür dich und mich aus Nacht und Todesschaner;
Und darum lieb' ich dich in deiner Trauer.
O könnt' ich einst auf deinem Boden sterben,
Den Jcsn Blut getränkt aus tausend Wunden,
Dnmit ras Heil, was Du verscherzt, wir erben;
DeS Herzens Sehnsucht hätt' ihr Ziel gefunden.
Jedoch den Pilger rufen andre Pflichten.
Ich greif' zum Stäbe; doch wohin sich richtenAuch meine Schritt' aus meiner Lebensbahn,
Ich werd', was ich geschaut, — es war kein Wahn! —Der Wahrheit Zeugniß gebend, offen sagen,
Und sterbend »och dein Bild im Herzen tragen.
Düsseldorf.
Pfarrer S ch m i tz.