17. April. Sonntag Morgen 6'/? Uhr fuhren wir in einer
i Barke an's Land, wo Herr Herincns und ich in der Franziskancr-
^ kirchc dem Herrn Pastor Palm die h. Messe dienten. Die
Franziskaner hielten feierliches Hochamt und ich glaubte mich! in die Hcimath versetzt- Im Kloster nahmen wir den Kaffee
! und wurden sehr angenehm überrascht durch daS plötzliche Er-
scheinen des Herrn Grafen und der Fran Gräsin von Boos-Waldcck, welche nnS in der Kirchc bemerkt hatten. Der Herr-Graf war so freundlich, da er schon einige Tage in Beirutwar, nnS in der Stadt und zu einem Schweizer Cafä zn führen,wo Deutsch gesprochen wurde und wo wir uns ein vater-ländisches Mittagsmahl bestellten, bestehend aus Sauerkraut mitSchinken n. s. w.; auch das wiener Bier durfte nicht fehlen.Diese Sachen kommen nämlich jede Woche von Trieft hierher.Der Tisch war ausgezeichnet. Wir besuchten jetzt daS Klosterund die Waisenanstalt der Lazaristcn, wo mehrere hundertKinder erzogen, ernährt und gepflegt werden. In der Anstaltwar es sehr reinlich und machte namentlich die Kirchc einen sehr! wohlthuenden Eindruck. Einige Herren besuchten noch die
! Diakonissenanstalt, ein großes weitläufiges Gebäude, auf einem
! Berge liegend, welches von KaiscrSwerth aus unterhalten wird.Die bereits bei der Jordan- und Taborfahrt erwähnte Diakonissinvon Beirut war mit nnS auf demselben Schiffe von Kaipha aushierher gefahren und kauften wir bei denselben einige Gold-stickereien. Um 3 Uhr Nachmittags begaben wir nnS wiederan's Meer und trafen mit dem Herzog von Modena, der mitseinem Gefolge von Jerusalem aus einen Streifzng nachDamaSkns gemacht hatte, wieder zusammen und wird derselbemit nnS nach Deutschland zurückreisen. Wir bestiegen unsereBarken und begaben uns an Bord; das Schiff lichtete um 6 Uhrdic Anker. Die See war unruhig, die Nacht blieb jedoch gut.
18. April. Als ich des Morgens auf's Verdeck stieg, lagdie Insel Ehpern vor mir. Um 7'/, Uhr landete das Schiffan der Stadt Larnika, welche recht freundlich und zierlich aus-