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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
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erreicht und der neue seinen Anfang genommen. Von denStädten, die früher am See gestanden, jetzt aber nichts mehrals Steinhaufen sind,weil der Fluch des Herrn sie getroffen",^ nannte uns der gute Franziskaner Bcthsaida und Kapharnanm.

? Gerne hätte ich hier noch länger verweilt, allein es war Zeit

^ znm Anfbruch. Rechts von Tiberias waren Zelte für Eng-

! ländcr errichtet, die unscrigcn standen links von der Stadt

^ am See. Unsere Bedeckung hatten wir von Tabor aus, den! Herren, welche nach Nazarcth zurückgekehrt waren, mitgegeben,und unser Dragoman war bei den Zelten. Der Franziskaner-^ Pater fast in seinem Ordcnsklcidc zu Pferde, die Andern in> europäischer Tracht, ich aber als Beduine gekleidet. Mein Bartwar recht struppig und meine blaue Brille trug nicht dazu bei,mir ein freundliches Aussehen zu geben. So näherten wir unsj gegen 5 Uhr der Stadt. Tiberias ist eine alte Festung und

hatte vor dem Erdbeben am l. Januar 1837 über 30,000

Einwohner. Jetzt aber nur noch 500 Türken, 5000 Judenund etwa 200 Katholiken. Von dem Erdbeben hat die Stadtviel gelitten; an den Fcstnngsmauern, Thürmen und Thorenzeigten sich in Folge davon viele Risse; die Franziskaner besitzendort eine kleine Station, welche von zwei Vätcrn und zweiBrüdern bedient wird. Als wir am Festungsthor ankamen,bemerkten wir, dast auf dem Pflaster viele Türken und Judenj lagen, die unS den Eingang versperrten. Der Franziskaner-Pater sagte zu mir:Reiten Sie als Beduine vor und schreienrecht tüchtig, damit nnS das Volk Platz macht". Ich ritt vorund in dem Augenblick, als ich schreien wollte, öffnete ein Judeseinen Mund und sprach:Willkommen, meincHcrrcn,in Tiberias!Willkommen, meine Herren aus Deutschland!"Wie", rief ich,ein Deutscher hier, in Türkcntracht?"Nein, ich bin keinDeutscher", sagte der Sprecher,ich bin aus Tiberias undwohne hier, bin aber wohl 30 Jahre in Geschäften in Deutsch-land gewesen und kenne deutsche Gebräuche und Sitten, darfich Ihnen meine Dienste anbieten?"O", sagte ich,lieber