134
Wiesen mit schönen Obstbänmcn erfreuten mich nm so mehr,da ich so manche öde Gegend durchwandert. Um 6 Uhr rittdie Karawane ab. Wir kamen durch die Provinz Samaria,eine sehr schöne und fruchtbare Gegend. Gegen 9 Uhr gelangtenwir nach Scbastc, wo sich das Grab dcS h. Johannes, desTäufers, befand, worüber früher eine Kirche nebst Kloster vonden Johanniter-Rittcrn erbaut war, jetzt aber nur noch eineRuine ist; wir mußten bis znm Grabe des h. Johannes vieleStufen heruntersteigen. Das Grab des h. Mannes ist einkleiner im Felsen ausgehöhlter Brunnen. Dann begaben wiruns in die unterirdische Kirche, die noch ziemlich gut erhalten istund jetzt als Moschee dient. Die Ruine des Schlosses, woHcrodes wohnte, hatte unter den Trümmern noch einige wohl-erhaltcne Reliefs in Marmor. Hier hat auch früher eineKirche mit Kloster und schönem Vorhof gestanden, auch habenwir die Gräber unter der Kirche besucht, wo früher Elisäusund andere Propheten begraben waren. Wir ritten nun durchdie Colonnadc von Scbastc. Es sind dies die Ueberreste voneinem Sänlcngangc, der ziemlich lang ist; sehr viele Säulenstehen frei im Felde und viele liegen auf der Erde als Grenz-steine.
Beim Frühstück in Schabas hatten wir 30° Ncamnur.Dann führte unser Weg an einem Berge vorbei, wo oben eineFestung sich befand, die unser Führer Bcthnien nannte. Um5 Uhr Nachmittags erreichten wir unsere Zelte in Ginäa; derLagerplatz war auch diesmal in einer recht schönen Gegend, mitPalmbänmcn und Cactns umgeben. Unmittelbar neben unserenZelten war ein türkischer Begräbnißplatz, und an der andernSeite floß ein erquickendes Büchlein. DeS Abends brachten dieMucker zwei kleine wilde Schweine, die sie im Palmenhaingefangen hatten. In der Nacht versuchten Diebe einen Eselvon einem unserer Mucker zu stehlen, was eine große Unruheverursachte. Ein Schuß von einem unserer Beduinen verscheuchtedie Diebe. Nach diesem kleinen Scharmützel wollte ich noch