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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
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vom Herrn zu wissen verlangte,ob auf diesem Berge oder znJerusalem der Ort sei, wo Gott besonders angebetet sein wollte,bei welcher Gelegenheit Jesus sprach:Gott ist ein Geist, unddie Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheitanbeten". Die ^agc des Berges war eine herrliche und mußdie Aussicht von demselben wunderschön sein; da wir aber !keine Zeit hatten, denselben zu besteigen, ritten wir am Fußedes Berges vorbei. Auf diesem Wege ist der Senior der Karawane,dem es nicht ganz wohl war, vom Pferde abgestiegen, und hattedas Unglück, beim Wicdcranfsteigcn von der andern Seite kopf-über herunter zn stürzen. Zum Glück kamen wir mit dembloßen Schrecken davon, denn nach einer kurzen Rast hatte der-selbe sich wieder erholt und wir reisten weiter. Um 5'/^ UhrAbends kamen wir bei Naplns, dem früheren Sichcm, an.Wir mußten durch die Stadt und über den Bazar, wo es rechtlebhaft zuging und wo vielerlei Sachen und Stoffe verkauftwurden. Am entgegengesetzten Ende waren vor der Stadtunsere Zelte aufgeschlagen, denn die Bewohner dieser Stadtsind zu fanatisch, als daß es rathsam erschien, in der Stadtzu bleiben. Es wohnen dort 150 Katholiken, 150 Samariterund 2030,000 recht verbissene Türken. Als wir in unsern !Zelten angekommen, war es bereits Abend und wir hielten esnicht für gut, im Dunkeln noch in die Stadt zu gehen. Wirschickten deshalb unsern Dragoman zum katholischen Missionar,Herrn Artis, aus Genua gebürtig, mit der Bitte, unter denobwaltenden Umständen uns doch mit seinem Besuche beehrenzn wollen. Der hochw. Herr kam gleich und so konnten wirdie Aufträge, die wir von Köln aus für ihn bekommen hatten,ausrichten, was ihm große Freude machte. Ein recht traurigesBild entwarf der geistliche Herr von dem Zustande der armenKatholiken, und wie er selbst von allem geistlichen Verkehr ab-geschnitten, ganz allein aus sich angewiesen sei.

8. April. Diesen Morgen stand ich um 5 Uhr auf undsah das herrliche Thal, wo unsere Zelte standen; die üppigsten