dorthin zu gelungen. Von hier Hut mun eine schöne Aussichtüber das Thal; in der Nähe befindet sich eine Quelle. Dannbesuchten wir das Grab der h. Elisabeth; ein altes aber rcstau-rirtcs Gebäude. In der Nähe von St. Johann wird auch derWeinstock knltivirt; wir tranken von seinem Gewächs im Klosterund fanden ihn ziemlich gut. Ungefähr eine Stunde von St.Johann liegt daS Kloster zum h. Kreuz, so genannt, weil hierder Oclbaum gefällt wurde, aus dein das Kreuz des Herrn ge-macht worden ist. Das Kloster ist ein sehr großes Gebäude,gehört den Griechen und wird von Nonnen bewohnt. Da dieGegend von Bethlehem nach St. Johann und thcilweise bisJerusalem sehr ergiebig ist, so kamen wir durch sehr viele Bc-dniuenlagcr, die einzeln zwischen 60—150 Zelten zählten. Dieschwarzen Zelte, wovon jedes einzelne für 20 Personen Raumbot, die halbnackten Menschen und die Knaben meistens ganzohne Kleider, das Gebell und Heulen der Hunde, machte imAllgemeinen einen recht widerlichen Eindruck. Einzelne Beduinenin ihrem reichfarbigcn Nationalkostüm und mit freundlichen an-genehmen Gcsichtszügcn, machten den Contrast desto schärfer.
Bei den verschiedenen Beduincn-Hünptlingcn war, wie schon er-wähnt, unser Durchzug von Jerusalem aus angezeigt, nur beieinem Volksstamme, dem größten, den wir antrafen, nicht. DiesesWandcrvolk hatte sich erst seit einigen Tagen hier niedergelassen.
Als diese nuS in der Ferne kommen sahen, wurde gleich dasLager alarmirt, mehrere Beduinen schwangen sich auf ihre wü-thigen Pferde und schwenkten die langen Lanzen und Gewehrezum Zeichen des Kampfes. Der uns begleitende Beduincn-Häuptling gebot uns zu halten und sprengte er mit unsermDragoman als Parlamcntair zum feindlichen Lager, unterhan-delte wegen unsern Durchzug und zahlte den üblichen Tribut.Letzteres ist wohl etwas reichlich ausgefallen, denn als unser
> Dragoman uns abholte, um durch's Lager zu ziehen, wurdenwir dort mit vielen Ehrenbezeugungen empfangen und bewirthet.Man reichte uns, was eine große Auszeichnung ist, flache,
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