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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
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eine Formation, wie sie sich die lebhafteste Phantasie nicht den-ken kann. Fnrchtbar schauerlich sehen die einzelnen P'icht- nndSchattcnpnnktc aus, so das; das Auge sich unwillkürlich abwendenmußte. „Fürwahr! hier ruhte die rächende Hand Gottes aufdem Wind, wo ehemals Milch nnd Honig floß!" — Nachdemwir die Felsen verlassen, mußten wir durch eine Sandwüste.Nicht allein wir Reiter, sondern auch unsere Pferde waren sehrerschöpft; allein Ruhe konnten wir uns nicht gönnen, wir muß-ten weiter, denn hier ist doppelt Gefahr vorhanden, einerseitsvon Räubern, andererseits von wilden Thieren. Endlich erklärteder Senior der Karawane, Herr Pastor Henncs aus Nothbcrg,daß er sich nicht mehr auf dem Pferde halten könne. Wirhalfen ihm absitzen nnd legten ihn in den heißen Sand imSchatten seines Pferdes. Unsere Wein- nnd Wasscr-Vorräthcwaren erschöpft, denn wir hatten mit mehreren armen deutschenHandwerkern, die in Jerusalem wohnend, uns von dort ausgefolgt waren, brüderlich getheilt. Ich besaß nur noch einigePfcffermünzkügclchcn und etwas Essig, was ich dem ermattetenSenior reichte. Wir Alle, auch die Handwerker, die als Fuß-gänger bei uns waren, lagen da, um uns für die Nacht unsermSchicksale zu ergeben. Wir hatten noch 4—5 Stunden bisSt. Saba. Unser Dragoman drängte aber zum Aufbrnche, weiler cS nicht für rathsam hielt, länger zu verweilen nnd schlugvor, einen kleinen Umweg zu machen, wo wir an eine verlasseneEisterne vorbeikommen würden, die hoffentlich noch Wasser ent-hielte. Diese Hoffnung belebte unsern Muth nnd Nur beschlossen,diesem Rath zu folgen. Aber von den Handwerkern mußtenwir drei in der Wüste liegen lassen, die armen Vcntc konntennicht mehr fortkommen. Wir versprachen, von Ct. Saba Hülfezu schicken, nnd zogen mit schwerem Herzen weiter. Nach vielenAnstrengungen erreichten wir die Cistcrnc, aber nun war guterRath theuer. Wasser war da, aber es lag sehr tief. Jedochdie Noth macht den Menschen erfinderisch; so auch hier. Wirnahmen einen Hut, banden nuten einen Stein daran nnd ließen