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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
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schlingen zu erhalten, denn anzusteigen wagten wir nicht, da die Ab-fahrtszeit der Willkür deS Zugführers anheimgegeben war. AnS denan den Haltestellen im Freien improvisirten Küchen etwas WarmeSzu nehmen, dazu hatten wir keinen Appetit. Alles war gar znschmutzig. Scheußlich sahen die Männer, noch scheußlicher dieWeiber mit ihren vermummten Gesichtern anS, welche an denHaltestellen in der Sonne lagen (bei einer Hitze von 36 KradRcanmnr) und zn faul waren, den Schatten aufzusuchen. Derorientalischen Sitte nach sahen wir bei den Frauen nur die Augen,die krank, triefend und mit Jnscetcn aller Art besetzt waren.Neben den Weibern saßen oder standen Minder, die von ihrenMüttern in der schamlosesten Weise gestillt wurden, öffentlich vorAller Augen. Die Dörfer, an denen wir vorbeifuhren, hattennur elende Lehmhütten, worin Mann, Weib und Kinder mitHund und Esel das Lager theilten. Die Kinder waren alle nackt.

Auf dieser Fahrt wäre uns beinahe ein großes Unglück widerfahren.

Ein mit Baumwolle bcladcncr Waggon brannte und es war großeGefahr vorhanden, daß das Feuer sich dem ganzen Zuge mittheilenwürde. Der Zug hielt, der brennende Waggon wurde anS demGeleise entfernt, seinem Schicksal überlassen und der Zug fuhrweiter. Nach vielen unangenehmen Begegnungen in Kairoangekommen, welche die Hauptstadt Acgyptens und nach Constan-tinopel die größte Stadt im türkischen Reiche ist, nahmen wir einenWagen und fuhren nach dem Hotel Olivä, welches uns empfohlenwar. Hier mußten wir für eine Flasche schlechten Weines, etwasKäse von Eselsmilch und etwas Brod 20 Franes bezahlen.Wir begaben uns nun zum Kloster der Franziskaner, wo wir aber,wie wir wußten, nicht wohnen konnten, weil der Hochw. Bischofvon Alcxandricn im Sommer dort seinen Wohnsitz hat. Wirfanden dort drei deutsche Patres, Pater Dco Gratias, PaterBernhard und Pater Mcinardns. Die beiden Letztem warenfrüher im Franziskaner-Kloster zu Düsseldorf, sowie auch einBruder (Joseph). Pater Dco Gratias hatte die Güte undbrachte uns in ein anderes Hotel, welches mit dem erstem

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