Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
27
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aber hatten wir mit der Steuerbehörde zu thun. Die Koffersollten geöffnet und deren Inhalt ausgepackt werden; wie vieleder Beamten dort waren, weis; ich nicht, das will ich sagen,Alle schrieen: Backschisch! Backschisch!

Da wir uns nicht znm Geldspenden verstehen wollten, sorief man den obersten Stenerbcamten. Dieser ehrliche Mannstellte sich mit dem Rücken vor mich, hielt hinten die Hand ausund befahl, die Koffer zu visitircn. Schnell drückte ich diesemeinäugigen Schelm einen ganz neuen Maria-Thcrcsicnthaler indie Hand. Kaum fühlte er den Druck und sah mit seinem einenAuge den Glanz des Silbers, so befahl er, alle lluterbcamtcnsollten sich entfernen und man sollte uns ungehindert und ohneSteuer zu zahlen gehen lassen.

Fahr- und Neitgclcgcnheitcn gibt es in Alczandrien genug,wir zogen jedoch vor, mit einem Führer das Kloster St. Eathnrinabei den Bäteru des hl. Franziölns zu Fug aufzusuchen. DerWeg führte uns durch die Stadt, und kam die Karawane gegenü Uhr Nachmittags im Kloster an.

Doch wollte nnS der gute Pater Guardian WcnecslansNcthar, ein Dalmatier, nicht.aufnehmen, weil daS Kloster vonunserer Ankunft nicht in Kenntnis; gesetzt und Acgyptcn nichtmit in den Reiseplan der vom St. ScvcrinnS-Bcrcinc von WienanS geleiteten Pilgerfahrt einbegriffen sei. Alle Vorstellungenund Bitten waren fruchtlos, es wurde deshalb beschlossen, dasKloster, wenn auch zu unserem größten Leidwesen, zu verlassenund einen Gasthof aufzusuchen. Einige Reisegefährten schicktensich schon an, die Koffer wieder aus dem Kloster zu schaffen,als ein glücklicher Zufall dem Hochw. Herrn Guardian beieinem Mitgliedc der Karawane das Kreuz erblicken liest, und inihm einen Ritter dcS hl. Grabcö erkannte. Da wurde nicht nurdie ganze Karawane, sondern auch alle die aufgenommen, dieuns vom Schiffe aus gefolgt waren, und wir wurden gutbewirthet. Die Zahl der Gäste betrug nun ungefähr zwanzigPersonen. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, besuchten wir