wcrker auf der Straße an der Arbeit. Die Vcrkanfslokalehaben keine Fenster, sondern sind nur offene Hallen, die desAbends vermittelst Schlagladcn verschlossen werden. Auf demMarkte waren schon, was für unsere Gegend etwas ganz Außer-ordentliches ist, Gemüse, neue Kartoffeln und alle Obstsorten zuhaben. Auf den Straßen wogten durcheinander Griechen, Türken,Engländer, Franzosen und Deutsche re. in bunter Nationaltracht.Wir besahen die Kirche der Griechen mit ihren schönen Ocl-gemäldcn auf Goldgrund, größtenthcils Figuren darstellend,wovon nur der Kopf gemalt, und die übrigen Theile dcS Körpersmit echt silbernen Gewändern bekleidet sind. Griechische Popenund Juden sind hier sehr zahlreich. Die Engländer warenbeschäftigt, die Festungswerke, welche im Stern gebaut und sehrstark sind, zn schleifen; auch schifften dieselben sämmtlichesKriegsmaterial, Kanonen w. ein, da die Insel in einigen Tagenan Griechenland abgetreten werden sollte. Das Gonverncmcnts-gcbüudc, auf dessen Zinnen die englische Flagge wehte, ist imbyzantinischen Style gebaut, liegt am Meer und macht einenguten Eindruck. Der Hafen war voll von Kriegs- und Dampf-schiffen, italienische, englische, österreichische und türkische, letzteremit dem Halbmond in der Flagge. Das Ganze glich einergroßen Kriegsflotte. Etwas außerordentlich Lächerliches habe ichin Korfn gesehen. Die Hcildicncr vol^o Quacksalber hattenbemalte Schilder, welche darstellten, wie dem Einen die Zähneansgerisscn, dem Andern zur Ader gelassen, einem Dritten einBein oder Arm abgenommen wird. Die Bilder waren soscheußlich und die Darstellung so grauscncrrcgend, daß mir dasWasser in die Augen kam. Man denke sich ein paar robusteMänner, den Patienten festhaltend, während Andere, mit Brech-und Schneide-Instrumenten versehen, herbeieilen, um dem Hcil-dicncr hülfrcich znr Seite zn stehen. O weh dem armen Patienten,der solchen Dienern Acsknlaps in die Hände füllt! Um 12 Uhr bega-ben wir uns wieder an Bord und um 1 Uhr Mittags ging dasSchiff wieder in See. Sehr große Geldsendungen wurden von
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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
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24
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