Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
16
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von Borch-Briescnthal aus Schlesien an. Den Nachmittag be-sahen wir das DampfbootBulcan", dasselbe wurde geführt vondem Capitain Antonio Grabissich, einer der besten und erfah-rensten Sec-Capitaincn der österreichischen Lloyd-Gcsellschaft, undsollte auf diesem Schiffe morgen die Ucberfahrt nach Alexandricnbeginnen. Das Schiff lag unter meinem Fenster vor Ankerund wurde mit Kaufmannsgütern aller Art, Hornvieh undPferden befrachtet. Die Fahrt sollte fünf Tage dauern. Es kamenauch noch zwei Reiselustige, die sich schon in Wien der Kara-wane anschließen wollten, zu uns, welche aber bereits durch 'Majoritätsbeschluß nicht zugelassen wurden. Der eine war einFranziskaner-Bruder des 3. Ordens aus Schlesien und derandere ein Bnchbindcrgcsellc. Diese wurden offiziell nicht zurKarawane gezählt, reisten aber mit, der Bruder auf Gott undgute Menschen rechnend, der Buchbinder dagegen verkaufte seinebesten Kleider, um das Geld für die Ucberfahrt zu erringen.Am Abend vor meiner Abreise beichtete ich. Welche Gefühleheute Abend meine Seele erfüllten und wie innig ich gebetethabe für mich, und auch für die, welche sich meinem unwürdigenGebete empfohlen, weiß Gott allein. Ich flehte recht herzinnig-lich, daß der Herr auf die Fürbitte der allcrseligsten JungfrauMaria nnd des heiligen Joseph meine Reise segnen und diefrommen Gebete, die in meiner Vaterstadt von der hochwürdigcnGeistlichkeit und den vielen frommen Freunden daheim verrichtetwurden, erhören wolle, damit die Reise glücklich beendigt werde.

Den 5. März am Tage der Abfahrt von Trieft diente ichdem Herrn Pastor Palm die h. Messe und empfing bei derCommunion des Priesters den Leib des Herrn, gleichsam alshl. Wegzehrung zu der bevorstehenden beschwerlichen Reise. Um7 Uhr hatte die ganze Karawane in der St. Antoniokirche undzwar in der Taufkapclle einen gemeinschaftlichen Gottesdienst.Der geistl. Regierungs- nnd Schulrath Herr vr. Schlünkes las diehl. Messe und nach derselben hielt der geistliche Herr von Schützeine ergreifende Anrede, worin er den erhabenen Zweck der