diesen Irrthum nie ohne Gewinn von Seiten des Systems vonKenntnissen entdecken, die man hat, und dessen Festigkeit docheigentlich ausmacht, was wir Scclcnstärke nennen. Sagen odergar predigen muß man diese Zweifel eben nicht immer. InNeligionssachcn ist es das sichere Zeichen eines schwachen Kopfs.Denn was ist wahr au diesen Dingen, das nicht sein Wahrereshaben kann? Und wo es auf zeitliche Nnhe und Glückseligkeitankommt, muß man, meiner Meinung nach, allgemein ange-nommene Sätze so wenig ohne große Ursache ändern, als einengeprüften guten Minister mit einem andern vertauschen, vondessen Geschicklichkeit man sich mehr bloß verspricht. In derFrage, worüber ich jetzt schreibe, könnte die muthwilligste öffent-liche Untersuchung keinen Schaden stiften, ja nutzen würde sie,weil hierin das kleinste Theilchen, dem Zaum anzulegen oderdem Sporn abzunehmen, ein gutes Werk thun heißt, es müßtedann sein, daß man so schriebe, daß man gerade das Gegen-theil würkte, so wie jemand von L ... s Abhandlung vorn Selbst-mord gesagt hat: Er wüßte nicht, seitdem er das Büchelchengelesen Hütte, käme ihn zuweilen der Kitzel an, sich selbst zu er-morden. — Sehen Sie nun, warum ich meinen Brief zurückverlange? Doch zur Sache.
Die Frage: Ist die Macht der Liebe unwiderstehlich,oder kann der Reiz einer Person so stark auf uns wirken, daßwir dadurch unvermeidlich in einen elenden Zustand gera-then müssen, aus welchem uns nichts als der ausschließende Besitzdieser Person zu ziehen im Stande ist? habe ich in meinem Leben