Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
224
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leicht in Spiritus bis über eure vier Ohren, anstatt daß ihrjetzt mit einem Paar, aus dem man viere schneiden könnte, her-umschleicht, und den Leuten griechische Ideen in ihre deutschenKöpfe setzt.

Ja, der Lesegeist ist dem Deutschen so angeboren, daß erihn nicht einmal verläßt, wenn die Vernunft fort ist. Hiervonkann ich meinen Lesern ein Beispiel mittheilen, das vielleicht inder Geschichte des menschlichen Geschlechts seines Gleichen nochnicht gehabt hat. In einem gewissen deutschen Narrenhausehaben die Patienten bei der Landesregierung um die gnädigsteVerwilligung einer öffentlichen Bibliothek im Narrenhause un-terthüuigst angehalten. Zugleich haben sie ein Berzeichniß ein-geschickt, was sie eigentlich für Bücher verlangte», und ich kannmit Vergnügen melden, daß eine Copie sowohl von der Bitt-schrift, als von dem Bücherverzeichniß in meinen Händen ist.Die erste ist ein wahrhaftes Meisterstück, und der Stil ist inmanchen Perioden dem von einigen Hinsercr frei herumgehendenSchriftsteller so ähnlich, daß eines von beiden gewiß wahr ist:entweder man hat vernünftige Leute schändlicher Weise ins Toll-haus gesperrt; oder eine ganze Menge herausgelassen. Die Bitt-schrift setze ich her, allein ich habe meine Ursachen, warum ichdas Bücherverzeichniß noch für dießmal zurückhalte. Es lebennämlich noch eine Menge von den Personen, und zum Theil inhohen Ämtern in der Kirche und im Staat, auf deren Schriftendie Wahl gefallen ist, und diese könnte es verdrießen, daß manihre Bücher in einem Narrenhause aufstellte, gleichsam als Sie-