375
schmelzen ließ, ward ein klebrig harziges Wesen daraus, fastso, als wenn man elastisches Harz verbrennt oder schmelzt. InWeingeist ward sie nicht aufgelost; in Baumöhl auch nicht; inLerpenthinöhl nur ein Theil davon mit Mühe. Bey der Auflö-sung der Materie in Schwefelsäure hat man eine braune harzi-ge klebrige Substanz erhalten, und durch Niederschlag mit Kalihat sich ein Pulver gefällt, welches getrocknet gelblich, und derMaterie selbst ähnlich war. (Tiefes Pulver wird wohl größtenTheils Schwefel gewesen seyn.) Aus dein Gewächsreiche konntedie Materie nicht seyn, weil wegen deS unfruchtbaren Bodensdort nichts als Heidekraut und schlechtes dürres Gras anzucref-fen, und der Boden zum Theil mit einem weißlichen Mooseüberdeckt war, und weil auch ein Theil der Materie sich überein ausgefahrenes Wagcngleiß verbreitet hatte. Der als Che-miker bekannte Hofrath und Leibarzt Leonhardi in Dresdenhat durch verschiedene Versuche die Materie von allen bekanntensehr verschieden gefunden. Etwas von dieser Substanz in demmehr trockenen Zustande, wie sie damahls war, habe ich vor-mahls bey dein Bergrarhe Seysert in Dresden gesehen, derzugleich mit dem Dr, Bauer, Arzt in Kleinwelka bey Bau-tzen , Untersuchungen an Ort und Stelle angestellt hatte. Soviel ich mich erinnere, war die Farbe zwischen grau und gelb-lich braun; die Consistenz war damahlS locker, schwammig undnur wenig klebrig. Späterhin ist diese Materie (vielleicht durcheine Zersetzung oder durch Anziehung von Feuchtigkeit aus derLuft) zerflossen, und hat die Consistenz und daS Ansehen einesdicken, etwas braunen Honigs angenommen, und das Volu-men ist durch Vertrocknung vieler flüchtigen Bestandthcile sehrvermindert worden. 2» dieser Gestalt sah ich eine kleine Por-tion bey Herrn Ober-Medicinal-Rath Blumenbach, an denbald nachher, so wie auch an G uit o n-Mo r v e a u, und anAdalbert Euler, etwas war geschickt worden. Neuerlich hatHerr Doctor Bauer in Kleinwelka auf die gütige Verwen-dung des verstorbenen Bergraths Seyfert in Dresden die Ge-fälligkeit gehabt, das wenige, was er noch davon besaß, mirzukommen zu lassen. Dip m einem kleinen Glase aufbewahrteSubstanz ist noch etwas mehr eingerrocknec, als die Portion,welche ich bey Herrn Ober-Medicinal-Rath B l u m enbach ge-