Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
865
Einzelbild herunterladen
 

Von der Wärme.

8 C 5

bildungsversuche nachzusehen. Diejenigen Physikerwelche einen Wärmestoff statuiren, nehmen an, dafsin diesen und ähnlichen Fallen, das Vermögen dereinzelnen Stoffe Wärme zu binden verändert und ge-schwächt, und dadurch Wärmestoff ausgeschiedenwerde.

8) Man nimmt nämlich an, dafs sich der Wärmestoffmit anderen Stoffen so verbinden könne, dals er, anseiner Verbreitung vollkommen gehindert, auf keineUmgebung ausdehnend zu wirken vermöge, und so-mit auch nicht empfunden werden könne; und nenntihn dann verborgenen oder ruhenden, gebun-denen oder latenten Wärmestoff, im Gegen-satz des fühlbaren, sensiblen oder freien Wär-mestoffs, welcher Temperaturerhöhung der Körperhervorbringt und auf unser Gefühl und auf das Ther-mometer wirkt. Zu diesen Vorstellungen über diein und an den Körpern vorhandene Wärme, sind jenePhysiker vorzüglich durch die merkwürdigen Wärme-erregungen gelangt, welche durch Z us ta ri ds än cle*rung bewirkt werden. Während nämlich ein schmelz-barer fester Körper iui Schmelzen begriffen ist, oderwährend ein liquider exp nsibelflüssig wird, bleibtseine Temperatur ganz unverändert. Es steigt z. B.die Temperatur des liquiden in offenon Gefässenerhitzten Wassers nur bis 8o° R., wobei es siedet;so bald es diesen Temperaturgrad erreicht hat, gehtes in Dampf über, und wird so lange als nochDampfbildung möglich ist, nicht weiter in sei-ner Temperatur erhöht. Im Schmelzen begrif-fenes Blei, erhitzt sich bis 540° F., d, i. bis zu sei-nem Schmeizpuncte, und behauptet diesen Tempera-turgrad so lange, bis es in allen seinen Theilen -ge-

( 55 )