III. Tlieil.
V
uli
Capitel.
762
6) Jedes sehende Auge besitzt ein bestimmtesMaas von Licht (oder hat einen bestimmten Licht-werth); nur in sofern in seiner Umgebung (am Ta-ge) dieses durch irgend einen leuchtenden Körperüberschritten wird, wird derselbe überhaupt vomAuge als selbstleuchtender Körper wahrgenom-men. Daher können leuchtende Gegenstände, dieverliältnifsmässig geringeres Lichtmaas dem Auge' zukommen lassen , als das der gewöhnlichen — zumdeutlichen Sehen hinreichenden — Tages - oder son-stigen Helle ist, nur im Dunkeln als Licht verbrei-tende Objecte bemerkt werden. Daher werden auchschwach leuchtende Körper durch stark leuchtendefür das Auge zu blofs erleuchteten gemacht: amTage entschwinden die Gestirne unserem Auge, undder Phosphor etc. leuchtet in der Tageshelle nicht.Ferner, da es keinen absolut lichtlosen oder durchausfinsteren Körper giebt, sondern vielmehr von denenaussert wenig Licht entwickelnden schwarzen Kör-pern, hinauf bis zu den gefärbten, wedssen, durch-sichtigen und leuchtenden , nur eine Stufenfolge zu-nehmender Lichtentwickelung nachweisungsfähig ist;so folgt, dafs in einer vollkommen finsterenUmgebung, wir unseren eignen Körper als den einzig,wiewohl sehr geringe leuchtenden Gegenstand erken-nen und dadurch von der Umgebung siclnbarlich un-terscheiden würden, falls übrigens unser Auge fähigwäre, seine Capacitäl: für Licht zu ändern, ohne da-durch des Sehens gänzlich beraubt zu werden. — DieAugen unvollkommener Tliiere scheinen eine selxrgeringe Lichtcapacität zu besitzen, und daher schonhei äusserst unbedeutenden Liclilentwiekelungen derin ihrer Umgebung vorhandenen Gegenstände, voll-