Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
689
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Von dem organischen Processe. 68y

Der Nervenstoff (der Zellgefässe füllend die Nerven-faser darstellt und wahrscheinlich aus dem Blute inder Substantia corticalis des Gehirns abgesondert wird)ist ebenfalls einer gedoppelten Thätigkeit und darausfolgenden Veränderung fähig; einmal indem er durchehern. Procefs in Kohlenstoff (der ins Blut übergehet,vergl. oben), und durch Assimilation des animal. In-dividuums in Zeugungsstoff (der durch besondere Ge-fässe dem Hirne zu, und von da wiederum ins Blut ab-geführt zu werden scheint, um entweder beim Mannein den Hoden sich zu sondern, beim Weibe aber denTheil des weibl. Blutes zu bilden, welcher zur Bil-dung des Nervensystems des künftigen Fötus erfor-derlich ist, oder zur neuen Nervenbildung beizutra-tragen ?) gewandelt wird. Bei Eindrücken von Aus-sen scheint zuerst der chemische Procefs im Nerveneinzutreten, bei blosser Selbsttliätigkeit des denken-den Individuums hingegen zuerst der individuelleAssimilationsprocefs ? Ueber Turgor vitalis, überAssociation etc. mündlich.

4) Das Nervensystem an sich representirt im All-gemeinen das freiere, beseeltere sensorielle Leben(im Gegensatz des blols auf Aufnahme und Ausschei-dung hinausgehenden vegativen Lebens) der Orga-nismen. Bei vollkommeneren Thieren ist es in eineigenes organisches Ganze, im Gehirne vereinigt,dessen Centralkraft die einzelnen Nerven hervorriefund erhält; und je höher ein Thier in seinen tliieri-schen Fähigkeiten hinaufsteigt, je mehr es sich dieAussenwelt unterordnet; und je mehr Zwecke es mit-hin gleichzeitig oder in schneller Folge vereinigenmufs, desto munnichfaltiger, gedrängter und verbun-dener werden seine Gehirnorgane, und desto leichter

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