und Donner, das Sitzen zur Rechten und Linken, und andereAusdrücke, die der Einbildungskraft wohlthun.
Was soll ich aber, als wahrhafter Christ, vondem Himmelreich, dessenJesus oft erwähnt, vondem Reich Gottes, welches er gestiftet, halten?
Nichts Anderes, als was Jesus selbst davon hielt. Erklärees dir nicht auf die menschliche und irdische Weise, gleich dencinbildungsreichen Träumern, sondern auf diejenige Art, wiees Jesus selbst einfach und sonnenhell erklärt, und woraus manseine Gleichnisse und übrigen bildlichen Redensarten begreift.
Aber wie erklärte Jesus sein Reich, dessen Stifter er ge-worden war?
In der feierlichen Stunde, da er vor dem Richterstuhlweltlicher Obrigkeit dastand, und aufgefordert ward, die Wahr-heit zu bekennen gegen die Ankläger, sprach er zum. römischenLandpfleger und zu den versammelten Richtern: Mein Reichist nicht von dieser Welt. (Joh. 18, 36.) Und als ihnPilatus noch genauer fragte: Bist du ein König? antworteteJesus: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren undin die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll.Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. (Joh. 18,37.)
Das Reich Gottes ist also kein irdisches. Christus ist nichtgekommen, etwas Vergängliches zu bauen, und seinen AnhängernEhre, Würden, äußerliches Wohlleben zu verschaffen. Er wirdauch nicht in die Welt kommen, um ein Reich solcher Art zustiften, das er selbst so laut, so oft verachtete. Nein, der ewigeSohn wollte nur das Ewige, das Göttliche; das Himmelreichwar nur im Gebiet der Geister zu gründen, nicht im Gebiet deswandelbaren Staubes.
So sprach er selbst zu seinen Jüngern: Das Reich Gotteskommt nicht mit äußerlichen Geberden. Man wird euch nichtsagen: Siehe, hier ist es, oder da ist es. Denn sehet, dasReich Gottes ist inwendig in euch. (Luk. 17, 21.)
Also haben wir nicht und niemals das uns verheißene ReichGsttes außer uns zu erwarten, wie die Träumer und Jrr-lehrer und Schwärmer thun, sondern es ist in unserm Gemüthe