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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Ja, Christus brachte durch sein Erscheinen auf Erden einneues Leben in die Menschheit: das höhere Geisterleben zuGott. Er brachte uns die Offenbarung wieder von unsererüberirdischen Abstammung, von der Würde unserer entweihtenmenschlichen Natur. Er erhob uns wieder über den Zauber-kreis des niedrigen, sinnlichen Genusses und der Thierheit, zumGöttlichen und Ueberirdischen, dem wir entstammen, dem wirangehören, dem wir auch nachher noch,verbleiben, wenn dieAsche des SternS, auf dem wir heute wandeln, und welchenwir Erde nennen, von unserm Geist wieder abgefallen ist.

Schon sind beinahe zwei Jahrtausende verflossen seit demgroßen, ewig denkwürdigen Tage, da, wie die heilige Schriftsich ausdrückt, Gott geoffenbart ward im Fleisch Gott durchseinen Auserwählten zur Geisterwelt auf Erden redete. Noch jetztfeiern wir den Tag der Geburt Jesu Christi, als den denkwürdig-sten und wichtigsten in der gesammten Weltgeschichte. Kann ichanders, denn ihn als einen Festtag betrachten^ an welchem ichmeine eigene Würde in der Reihe der erschaffenen Wesen ehre ?Ward Christus Mensch, welch einen Vorzug gewährte derSchöpfer mir, daß auch ich ein Glied der Menschheit, ein Kindund Liebling in der Geisterfamilie Gottes wurde!

Aber ach! neben diesem erhebenden Gedanken drängt sichschnell ein anderer empor, welcher mich und den gerechtenStolz, welchen ich als Mensch hegen könnte, tief niederbeugt.Gott zeigte mir durch seinen eingebornen Sohn seine unend-liche Liebe; aber erwiederte ich sie mit unendlicher Liebe? Christusoffenbarte mir den Vater; offenbarte ich mich dem Vater durchmein Gemüth als sein Kind? Der Schöpfer erhob mich überMillionen niedriger Wesen empor ward ich, blieb ich meinerMenschenwürde treu, oder sank ich oft durch eigene Schuld unterdieselbe in das Thierische und Schlechtere hinab?

Wahrlich, das Fest der Menschheitswürde fällt nicht ganzvergebens an den Schluß eines großen Zeitabschnittes, einesErdcnjahres! Gern pflegt man am Ende eines Jahresauf dessen mannigfaltige Begebenheiten zurückzublicken; zu prüfen,ob man in seiner Haushaltung, in seiner Denkart vorwäts oder