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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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wechseln mit andern. Der Vogel bleibt ewig seinem Luftrevier,der Fisch seinen Gewässern, der Tiger seinen Wüsten, der Stein-bock und die Gemse den höchsten Gebirgsgipfeln, der Regen-wurm und Maulwurf den unterirdischen Gängen, die Muschelden Klippen und Tiefen der Meere und Flüsse, das Rennthicrden Schneefeldern des Nordens, der Affe den Wäldern heißerHimmelsstriche getreu. Eben dadurch ist bei der unzählichenMenge der lebendigen Wesen in der Welt doch Alles von ein-ander wohl getrennt und abgesondert: und obwohl tausenderleiverschiedene Wesen auf einem kleinen Raume bei uns durch undüber und unter und in einander wohnen, entsteht keine Ver-wirrung, und ist keins dem andern im Wege. Kerns verlangtdes andern Wohnung, keins des andern Speise, keins des an,dern Vergnügen. Jede Gattung der Geschöpfe, unbekümmertum die übrigen, findet der Fülle genug für sich. Jede möchteglauben, das Weltall mit seinen Genüssen sei nur für sie vor-handen, nur für sie berechnet, und alles Uebrige, was lebt,Nebensache, von dem man nicht cinsteht, warum cs ist. Sohat Alles seine eigenthümliche Welt; so ist, ich will nicht sagen,das große All der Dinge, sondern nur der kleine Stern derErde, den wir bewohnen, eine Menge eben so vieler unsichtbarerWelten, die sich einander durchkreuzen und durchdringen, alses unzählige Gattungen lebendiger Wesen gibt.

Diese ungeheure und doch so richtige Vorstellung durch-schauert mich; und der Gedanke, wie natürlich, wie einfach erauch ist, erfüllt mich mit Furcht und freudiger Bewunderung.Ich verliere mich in den Miriaden der Familien von GottesGeschöpfen. Ich erkenne die Größe des Allerhöchsten von einerneuen Seite, die Größe dessen, der sich durch Jesum Christummir als mein Vater offenbarte. O, meine Miterschaffenen,kommet her, und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbarist mit seinem Thun unter den Menschenkindern! (Ps. 66, 5.)

Zwar auch dem Menschen ist seine Schwanke gesetzt, unddas Element ihm angewiesen, in welchem er leben soll, daß er -dem Leben und Glück anderer Wesen nicht lästig falle oder dem-selben ganz zerstörend werden könne. Allein reicher an Gottes-