Von dem Tage aber und von der Stunde weißniemand, sagte er zu seinen Jüngern: auch die Engelnickt im Himmel wissen es, sondern allein meinVater! (Matth. 24, 36.)
Die Furcht mancher Menschen, aufgeschreckt durch die Ver-muthungen träumerischer Schwärmer, die Furcht vor der Nähedes jüngsten Tages ist daher nicht nur sehr vergeblich, sondernauch sündlich. Sie glauben dem anmaßlichen Eigendünkel einesarmen Sterblichen mehr, als der Versicherung des großenWclterlösers.
Und warum denn diese thörichte Angst vor dem Untergangder Welt? Was ist denn Weltauflösung mehr, denn Tod?Was ist denn Tod mehr, als eine Verwandlung, die ich dennocherfahren muß und erfahren werde, die übrige Welt vergehe,oder bleibe? Was liegt meinem erstarrenden Herzen, wasmeinen Staube daran, ob über ihn noch eine Frühlingssvnnescheine, oder nicht? Es versinke der todte Erdball, mein Geistaber lebt unsterblich fort.
Gewöhnlich benutzen ehrgeizige oder auch gutmüthige Schwär-mer die Erscheinung irgend eines Kometen am Himmel zur Be-kräftigung oder Wahrscheinlichmachung ihrer Prophezeihung. Solange die Menschen noch nicht wußten, welch eine Bewandtnißes mit den Kometen habe, hielten sie das Erscheinen eines solchenungewöhnlichen Sterns für das Zeichen deS göttlichen Drohens.Sie wähnten am Himmel eine feurige Zuchtruthe zu erblicken,und zweifelten nicht, daß Krieg, Hungersnoth und Pestilenzdarauf erfolgen würden, unerachtet dergleichen Uebel stattfanden, ohne daß Kometen vorausgingen.
Seit aber nach mchrhundertjährigen Beobachtungen deSgestirnten Himmels wir nun wissen, daß die Kometen ebenfalls^ himmlische Weltkörper sind, gleich andern Sternen; feit wirwissen, daß ihnen Gottes Allmacht ebenfalls bestimmte Lauf-bahnen und ihre Sonnen angewiesen hat, gleich andern Sternen;seitdem unsere Sternkundigen, unterstützt von vielen Erfahrungen,den Umlauf des Mondes und der übrigen Sterne, seitdem mandaher die Wiederkehr schon längst erschienener Kometen mit